Timor / Ost Timor

die vergessene geteilte Insel


nach nur 11 Std. Fährüberfahrt von Larantuka auf Flores nach Kupang auf Timor spukt mich die Fähre mitten in der Nacht um kurz nach Mitternacht aus. Mit zwei einheimischen Bikern überlegen wir kurz ob wir irgendwo am Hafen pennen sollen oder doch mitten in der Nacht noch die 15 km bis in die Stadt Kupang fahren um dort in einem Hostel zu übernachten. Von anderen Reisenden hatte ich das Lavalon Hostel empfohlen bekommen, so fahren wir also gegen ,meine allgemeine Gewohnheit nicht Nachts zu fahren bis ins Hostel. Da wir uns nicht vorher angekündigt hatten schläft Edwin der Besitzer natürlich schon und es dauert eine Weile bis wir in aufgeweckt haben um 1 Uhr in der früh und noch einchecken können. Die anderen zwei Biker ziehen am morgen gleich weiter, ich bleibe noch 1..2 Tage hier. Edwin ist ein sehr interessanter Mensch, hat eine Geschichten zu erzählen, hatte seine erste Webseite Anfang der 90er Jahre aufgebaut, als Schauspieler in Jakarta gearbeitet und in der Musikbranche war er auch kein Unbekannter. Außerdem war er einer der ersten, der den Tourismus nach Timor gebracht hat. Was ich bis dato auch nicht wußte ist, dass es in Timor am Stand Salzwasser Krokodile gibt! Diese sind vermutlich von Australien aus über das Meer geschwommen und haben sich jetzt hier in Timor niedergelassen. Mann sollte also auch hier aufpassen wo man ins Wasser geht!

Nach ein paar weiter Fahrtagen geht’s dann über die Grenze nach Ost Timor.

Was vielleicht viele nicht wissen ist dass die Insel Timor geteilt ist in einen Indonesischen Teil Timor und in Ost Timor. Ost Timor war lange Zeit eine Portugiesische Kolonie. Im Jahre 1975 marschierten Indonesische Truppen ein, töteten mehr als 200.000 Menschen und besetzten das Land für 24 Jahre. 1999 wurde Ost Timor dann für 3 Jahre unter UN Mandat verwaltet ehe es seine Unabhängigkeit im Jahre 2002 bekam. Der US $ ist seit dem die nationale Währung, es gibt aber auch noch Münzen vom alten Pesos. Von Ost Timor aus geht es nicht mehr weiter mit irgendwelchen Fähren die nach Australien, meinem nächsten Ziel fahren. Deshalb bin ich schon seit längerer Zeit mit anderen Motorrad Reisenden in Kontakt um unsere Bikes alle zusammen in einem Container nach Darwin zu verschiffen. Da noch ein paar Tage Zeit sind, bis die anderen hier in Dili eintreffen, erkunde ich die Insel und drehe für ein paar Tage eine Runde in Ost Timor. Ich Zelte am Stand und hoffe dass mich kein Krokodil nachts frisst, fahre über üble Steinige Pisten durch Wälder und Berge, durch schöne kleine Dörfer, überall flitzen und spielen Kinder herum, es wird freundlich gerufen und gewunken, nur andere Touristen sehe ich so gut wie keine! Es scheint so als ob Ost Timor komplett vom Tourismus vergessen wäre obwohl es sehr schön ist hier. Einzig allein in der Hauptstadt Dili sind einige Touristen, die meisten kommen aber nur um einen sogenannten Visa Run zu machen um ihr Indonesien Visum zu verlängern. Vielleicht schreckt die meisten aber auch das hohe Preisgefüge hier ab, durch das UN Mandat und die vielen Zahlungskräftigen UN Mitarbeiter und dem US $ ist Ost Timor im Vergleich zu den anderen Asiatischen Ländern sehr Teuer! Ein einfaches Hotelzimmer kann schon mal 50 … 100 $ kosten, ein Roller zu mieten kostet 20 … 25 $ je Tag, zum Vergleich in Bali, Thailand oder Laos kostet ein Roller ca. 4 ...6 $! Ein einfaches Gericht kostet zwischen 3 … 10 $ in Ost Timor.

Zurück in Dili sind mittlerweile alle anderen Motorrad Reisenden eingetroffen und wir treffen uns alle das erste mal im Dili Central Backpackers. Eine bunt gemischte lustige Truppe hat sich hier eingefunden. David aus Deutschland, mit dem ich bereits in Indien und Nepal zusammen unterwegs war, Lisa und Ema aus Italien die zu zweit auf einer dicken BMW GS 1200 unterwegs sind. Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie Ema, der jetzt nicht aus sieht wie Arnold Schwarzenegger es schafft die 500 kg Fuhre sicher über die Straßen zu chauffieren. Dann ist da noch Michael aus Irland und Thibault ein Franzose die David in Malaysia getroffen hatte und dann hat sich ganz zum Schluss noch Miguel ein Portugiese angeschlossen. Ich hatte bereits im voraus vor einiger Zeit von den vermeintlichen 3 verschiedenen Verschiffungs-Agenturen mir Angebote und Schiffs-Fahrpläne eingeholt. Allerdings haben sich die Fahrpläne währen der letzten 2 Monate mehrmals geändert so dass wir uns am Ende für die kürzeste aber auch teuerste Lösung mit SDV zu verschiffen entschieden haben. Wobei die meisten Kosten für den 20 Fuß Container ja jetzt durch 6 Motorräder geteilt werden, somit relativiert sich das ganze wieder etwas. Trotzdem ist es immer noch eine Stange Geld wenn man bedenkt dass es ja nur eine sehr kurze Verschiffung von Dili nach Darwin ist. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren gings an putzen der Bikes. Wer schon einmal was von Quarantäne Bestimmungen in Australien gehört hat, der weiß dass die da unten keinen fremden Dreck wollen. Ich hatte das Glück dass ich mein Bike bein Ford Händler Entreposte reinigen konnte, dafür sind 2 Bedingungen sind zu erfüllen:

  1. Arbeitszeit/Putzen ist pünktlich von 8-12 und von 14-18 Uhr!

  2. Am Ende möchte er ein Foto vom Bike und seinen Mitarbeitern haben, welches er in seinem Büro an die Wand hängen kann.

Nach „1“ Woche Putzen strahlt dass Bike jetzt fast wie Neu! Danke an Antonio und seine Jungs vom Entreposto! Leider hat sich meine Batterie bei der Putzaktion verabschiedet und ich darf in Darwin erst mal eine neue besorgen und einbauen.

Zum Verladen des Bikes im Container verfrachten wir das Bike auf einen Pickup von Antonio und fahren direkt zu SDV wo unser Container steht. Hier laden wir das Bike ab ohne die sauberen Reifen in den Dreck zu stellen und spannen das Bike sicher im Container ab. Der Großteil meines Gepäcks kommt natürlich auch sauber und ohne Dreck mit in den Container. Da noch 10 Tage Zeit sind bis das Schiff in Dili ankommt habe ich mich entschlossen die Wartezeit doch lieber auf Bali am Strand zu verbringen als in Dili oder im noch teureren Darwin. So fliege ich kurzer Hand von Dili zurück nach Bali wo ich jetzt gerade 1 Woche „Urlaub“ mache bevor ich dann endlich nach Darwin fliege. Drückt mir die Daumen, dass der Zoll und die Quarantäne Inspektion positiv ausfällt, damit die Reise baldmöglichst weiter gehen kann. Die Gibb River Road wartet auf mich. Es bleibt spannend.

Gd day mate, see you in Down Under,

 

Lollo

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald Nicko (Freitag, 12 Oktober 2018 10:07)

    Na also,
    jetzt Australien,
    ich,Wir wünschen Dir was,
    wir fahren gedannklich wieder mit,
    Darwin und den Norden,mußten wir ja auslassen,
    da dort schon die Regenzeit war.
    Aber von Perth bis Brisbane,und 70Tage Aufenthalt,
    das hat uns auch schon einiges gebracht.
    Machs gut,und weiterhin viel Spaß,
    Gruß Finni und Harald