1 Etappe von Darwin nach Broome über die Gibb River Road

oder die Auswilderung eines Koala!

In verschiedenen Gruppen verlassen wir Darwin happy endlich wieder on the road zu sein.

Da dass mit David und mir in Indien und Nepal schon ziemlich gut funktioniert hat, fahren wir auch diese Etappe als zweier Team zusammen. Unser erstes Ziel ist der Litschfild NP. Über Berry Springs, wo wir gleich mal eine Badepause einlegen geht’s dann über die direkte nördliche Zufahrt mit kurzer Schotterpassage in den NP. Nach 50 km Schotter mit ein bisschen Wellblech über die Roten Pisten hier wird das vorher saubere Bike gleich mal wieder so richtig staubig eingesaut!

Ein zweiter Badestopp an einem schönen großen Billabong wird eingelegt und nach kurzer Nieselregenpause geht’s einmal quer durch den Park zu unseren ersten Campingspot.

Am nächsten morgen fahren wir weiter zu den riesigen Termiten Hügeln und dann schon wieder hinaus aus dem Lischfild NP zum Stuart Highway, dem wir jetzt für einige hundert km folgen.

Es ist brütend heiß, langweilig, wenig Verkehr und es gibt überall Millionen von lästigen kleinen Fliegen die einen sofort anfallen sobald man irgendwo anhält. Zur Abkühlung unterbrechen wir unsere Fahrt an einem Wasserfall mit großen See zu baden kurz vor Katherine. In Katherine verlassen wir den Stuart Highway und biegen nach rechts ab Richtung Kunnunura. 520 mehr oder weniger langweilige km auf dem Victoria Highway, vorbei an vielen abgebrannten Buschflächen tuckern wir mit 80 km/h über den Highway und übernachten dabei an den meistens guten Rastplätzen direkt neben dem Highway. Meistens sind wir nicht die einzigen die an diesen Rest Areas übernachten, viele Einheimische mit Geländewagen und Anhängern, Boot, Dachzelt oder auch andere „Urlauber“ im gemieteten Campervan nutzen die kostenlosen Rastplätze zum übernachten. Leider haben wir seit 2 Tagen mit einer regelrechten Invasion auf unsere Essensvorräte durch Ameisen zu kämpfen. Überall sind diese kleinen Biester, sogar in unsere noch in Plastik verpackten Nudelsuppen habe sie ein kleines Loch hinein gefressen und sich an den Nudel bedient. In Kunnunura haben wir eine Verabredung mit Chris und Anja mit ihrem Land Rover Camper, ich hatte die beiden in Ost Timor in Dili beim Putzen ihres Fahrzeugs beim Entreposte Ford Händler getroffen und später haben wir zusammen noch ein paar schöne gemeinsame Tage im Hostel da Terra verbracht. Die beiden sind schon seit 4 Wochen in Australien unterwegs und haben in Darwin auch nur ganze 3 Tage gebraucht um ihr Fahrzeug aus den Fängen von Zoll und Quarantäne zu bekommen. Unser gemeinsames Ziel heißt Gibb River Road und die beiden hatten mir freundlicherweise angeboten, wenn es zeitlich passt für uns als Begleitfahrzeug zur Verfügung zu stehen und zusätzlich benötigten Sprit, Wasser und Essen für uns in ihrem Fahrzeug mit zu nehmen. Für die Gibb River Road sind wir ziemlich spät im Jahr dran, leider sind viele der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke bereits geschlossen und die Temperaturen werden so kurz vor der anstehenden Regenzeit unerträglich heiß und schwül. Nach einem kurzen Anruf beim einzigen Roadhouse auf der 750 km langen Strecke ob es noch auf hat und ob wir dort sicher Benzin bekommen geht’s mit aufgefüllten Lebensmitteln und Wasser los auf eines der letzten Abenteuer in den Kimberlys! Die ersten 100 km aus Kunnunura hinaus und die ersten km auf der Gibb sind noch Asphalt dann beginnt irgendwann die Schotterpiste und führt uns am Anfang gleich durch spektakuläre Landschaften mit schönen roten Felsformationen. Nach Anfänglichem herantasten an den Schotter und das Wellblech haben wir schnell den dreh raus und düsen mit 70...80 km/h über den roten Sand dass es nur so staubt. Am der eigentlich schwierigsten Flussdurchquerung, am Pentecross River der zu dieser Jahreszeit fast kpl. Ausgetrocknet ist wie alle anderen Flüsse auch schlagen wir unser erstes Buschcamping Lager auf. Chris und Anja haben soviel Wasser dabei, dass es sogar eine Dusche für alle mit ihrer Außendusche gibt; Luxus Pur für David und mich! David und Ich versuchen uns im Cowboy Camping heute Nacht, heißt ohne Zelt nur auf einer Plane am Boden zu schlafen. Es ist leider Vollmond und so hell dass man Zeitung lesen könnte und Moskitos gibt’s auch die unseren Schlaf stören. David baut nachts irgendwann sogar noch noch sein Innenzelt auf, genervt von den Mücken, Augen zu und durch! Chris und Anja haben dafür am nächsten morgen auch eine leckere Überraschung für uns parat. Bei den beiden gibt’s Mittwoch immer Pfannkuchen zum Frühstück und am Wochenende backen sie soar Bannok Brot mit Käse und Ei oben drauf. Heute ist Mittwoch und wir bekommen leckere Pfannkuchen zum Frühstück serviert. Danach spulen wir wieder einige km Schotterpiste mit mehr oder weniger gutem nach einer Wellblech herunter. Die Landschaft gibt sonst nicht besonders viel her und es ist staubig und heiß. Nach einer weiteren Nacht im Busch erreichen wir am dritten Tag das Mount Barnet Roadhouse ca. auf halber Strecke an der Gibb. Da das Roadhouse jetzt zur Nebensaison nur sehr begrenzt geöffnet hat haben wir eine lange Mittagspause mit Schwimmen in einer Schlucht nahe des Roadhouses gemacht. Der Sprit kostet hier über 2 $ AUD, aber bis Derby, der nächsten Stadt mit Tanke sind es nochmals 400 km also füllen wir wieder alle Tanks und Kanister auf. Ein Radfahrer den wir gestern auf der Gibb getroffen hatten, gab uns den Tipp von einer schönen Schlucht mit Pool zum baden. Etwas weniger als 100 km vom Roadhouse entfernt, unser Tagesendziel steht somit fest. Am Parkplatz angekommen entledigen wir uns erst mal unserer Sachen und laufen 500 Meter zu einem super schönen Pool in einer großen Schlucht. Kühles Nass, tolle Felsformationen in Rot und Braun und eine Schlange die in einer Felsspalte schläft sehen wir auch, Herz was willst Du mehr! Da es uns so gut gefällt hier beschließen wir obwohl offiziell nicht erlaubt hier zu Campen um am nächsten morgen bevor wir weiter fahren nochmals schwimmen zu gehen. Hier und jetzt erscheint mir genau der richtige Zeitpunk gekommen zu sein meine kleinen Koala, den ich vor genau 19 Jahren währen meiner ersten Reise hier in Australien in einem Souvenirshop gekauft hatte in seine natürliche Umgebung wieder auszuwildern. Er ist mit mir die ganze Stecke von zu Hause bis hier her gefahren, anfangs noch am rechten Spiegel befestigt, später in einer meiner Taschen in der Jacke. Als wir am morgen wieder in die Schlucht zum Baden laufen nehme ich Ihn mit und suche mir hoch oben in der Schlucht einen schönen Platz in einem Baum, geschützt vom Regen und Hochwasser aber mit großartiger Aussicht in die Schlucht entlasse ich Ihn in seine neue Freiheit. Mach es gut mein kleiner Koala, wenn ich in 19 Jahren wieder kommen sollte werde ich dich bestimmt mal besuchen kommen.

Unser nächster Stopp heute Vormittag entlang der Gibb ist die Bell Gorge. Nach einer kurzen Wanderung bei heute wieder brütend heißen Temperaturen, dürfen wir gleich wieder baden. So sauber war ich schon lange nicht mehr! Die Windjana Gorge lassen wir ausfallen und sind nach einem weiteren Fahrtag am Ende der Gibb River Road angekommen. Kanpp 800 km von Kunnunurra bis Derby über die Gibb River Road, davon 500 km Offroad Pisten sind geschafft, heiß war es, Staubig war es, sehr trocken, daher fast alle Flussdurchfahrten einfach und trocken, Landschaftlich schön und in unserer kleinen Gruppe hat es unheimlich viel Spaß gemacht. Ob ich die Gibb nochmals fahren würde, wahrscheinlich nicht!

Bevor es endgültig nach Derby hinein geht halten wir noch am gigantischen „Prison“ Boad Tree, der früherer als Gefängniszelle für Aborigines genutzt wurde. Ziemlich traurige Geschichte wie sie hier früher im ganzen Land mit den eigentlichen Uhreinwohnern umgegangen sind. Aber dass wäre eine eigene Geschichte.

Weiter geht’s bis Perth an der Westküste und durchs Outback.

 

Grüße Lollo

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Kommentare: 1
  • #1

    Petra (Dienstag, 21 Mai 2019 04:25)

    Toller Bericht!