Tasmanien

2 Jahre on the road!


 

Kaum dass ich zurück bin aus Neuseeland geht’s voll bepackt mit dem Motorrad gleich wieder auf eine Fähre. Die „Spirit of Tasmania“ bringt mich über Nacht in einer 10 Stündigen Überfahrt von Melbourne nach Devenport auf Tasmanien. Um 6:30 morgens spuckt mich die Fähre aus ihrem riesigen Laderaum in Devenport aus bei gerade mal 6 Grad! Verdammt ist das frisch hier.

Mein erster Stopp ist erst mal beim MCD, einen heißen Cappuccino und einen Muffin zum Frühstück. Langsam wärmt die Sonne und lässt das Thermometer um ein paar Grad nach oben wandern. Ich mache mich auf den Weg in Richtung Cradle Mountain. Vorbei an ein paar lustigen Briefkästen geht’s auf kleinen kurvigen Straßen Richtung Berge. Je höher und näher ich komme, umso kälter wird es gleich wieder und über den Bergen hängen dichte dunkle Wolken.

Dank Internet überprüfe ich kurz die Wettervorhersage für die nächsten Tage in dieser Region, doch leider sagt der Wetterbericht nix gutes also mache ich kurzerhand einen Schwenk und fahre weiter Richtung Osten. Ich Campe in der Nähe der Liffey Falls auf einem schönen Gratis Camp mitten im Wald. Die Buschfeuergefahr ist niedrig, so kann ich endlich mal wieder ein kleines Lagerfeuer machen. Morgens ist es ziemlich frisch in meinem Schlafsack und als ich aus dem Zelt krieche, weiß ich auch warum. Eiskristalle am Zelt und Raureif am Motorrad Sattel. Ja verdammt, ist denn schon Winter hier oder was? Bei eisigen Temperaturen geht’s über den Great Central Lake und in einer Schleife um den Arthur Lake weiter. In einem kleinen abgelegenen Dorf halte ich an um mich aufzuwärmen. Es ist ein Arbeiterdorf für eine Power Station, Wasserkraftwerk und es gibt einen Tee Room mit bestimmt 15 verschiedenen Sorten Tee und super leckeren Scones. Der Tee Room ist der Treffpunkt hier und schnell habe ich interessante Gesprächspartner gefunden. Über den äußersten Nord-Östlichen Zipfel fahre ich dann an der Ostküste weiter Richtung Süden. Da Ostern naht und dann hier Ferien sind muss ich mir eine Strategie überlegen wo ich die Feiertage vorhabe zu Zelten, da viele Plätze dann ziemlich voll sein werden. Zwei schöne Tage verbringe ich in der Bay of Fires bei St. Helens. In St. Helens gibt es eine Waschbox für Autos aber der Bonus dabei sind die 2 Duschkabinen mit Warmer Dusche für 2 $ kann man sage und schreibe 4 Minuten warm duschen. Was für ein Luxus den ich mir natürlich nicht entgehen lasse, da ich sonst meisten auf einfachen Gratis Campingplätzen übernachte wo es meisten nur ein Plumpsklo gibt und sonst nix.

Ganz im Süden der Ostseite angekommen quartiere ich mich auf einem Offiziellen Campingplatz nahe Dodges Ferry ein. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht bleiben und dann weiter nach Hobart, doch die Atmosphäre hier auf den Campingplatz ist so was von Cool dass ich schlussendlich 3 Tage hier bleibe. Am Karfreitag gibt es Life Musik, einen Food Truck und natürlich Lagerfeuer. Bis spät in die Nacht wird gefeiert. Eigentlich mache ich mir nicht so viel aus modernen Kunst aber nachdem mir so viele Leute vom besonderen MONA Museum in Hobart erzählt haben muss ich da hin. Und ich werde nicht enttäuscht, schon allein das mehr oder weniger unterirdische Gebäude ist der Wahnsinn und auch der Rest der Kunstwerke ist sehr speziell und besonders. Auf jeden Fall einen Besuch wert! Nach einem Abstecher zum Absolut südlichsten Punkt von Tasmanien/Australien, mit Wanderung zur South Cape Bay dahinter kommt dann nur noch die Antarktis fahre ich über die Mitte der Insel wieder zurück Richtung Norden. Ich schaue immer mal wieder nach dem Wetterbericht für die Westküste, doch leider regnet es dort fast immer und es immer ein paar Grad kühler als im Osten. Ganz im Norden angekommen Versuche ich mein Glück nochmals und fahre Richtung Westküste. Am zweiten Tag nach 50 km Fahrt mit heftigem Gegenwind so dass ich gerade mal 65 km/h fahren konnte gebe ich auf, das Wetter ist zu Schlecht, zu Nass und zu stürmisch. Nach 3 Wochen verlasse ich Tasmanien wieder mit der „Spirit of Tasmania“ über Nacht geht’s zurück auf das Festland nach Melbourne.

Fast hätte ich es Vergessen, so ganz nebenbei habe ich die 2 Jahre Marke „on the road“ überschritten! Hab´s fast nicht bemerkt dass ich wirklich schon so lange unterwegs bin.

 

Mein Carnet de Passage wurde gerade Verlängert hier in Australien, so dass ich noch ein paar Monate hier bleiben werde. Im August oder September werde ich mich dann um die Verschiffung meines Motorrads kümmern. Wohin??? take it easy... Lollo

Kommentar schreiben

Kommentare: 0