Südamerika Part II

Pisco Valle Elqui, Paso San Francisco und in Argentinien gen Süden auf der Ruta 40 bis Malagrüe und wieder zurück nach Chile

 

über kleine einsame Schotterpisten durch die Berge fahre ich bis ins Valle Elqui in die das kleine Touristische Dorf Pisco Elqui. Hier wurde angeblich die erste Pisco Destillerie betrieben und der Piso sozusagen erfunden! Die Peruaner sind da zwar anderer Meinung aber egal, ich besichtige jedenfalls eine dieser alten Destillerien mit anschließender Pisco Verköstigung.

Weiter Richtung Küste bis La Serena bläßt heute mal wieder sehr starker Wind, so dass ich in leichter Schräglage geradeaus fahre. Ab La Serena hab ich leider keine andere Möglichkeit ein paar hundert km auf der Mautpflichtigen und langweiligen Panamericana zu fahren. Über Huasco, ein kleines Fischerdorf mit Hafen komme ich endlich an die Küstenstraße. Wüstenlandschaft und Dünen fast wie in Nordafrika, dazu mal wieder heftiger Küstenwind. Für die Beach Saison an der Bahia Inglesia nahe dem Ort Caldera bin ich noch zu früh hier. Die Bade und Strandsaison fängt wohl erst nach Weihnachten an. Trotzdem bleibe ich mal wieder im netten Hostal Kaktus für 3 Nächte hängen bevor es in die hohen Berge über den Paso San Francisco mit 4.640 Metern rüber nach Argentinien geht. In Copiapo noch mal Volltanken, bis zur nächsten Tanke über den Pass in Argentinien sind es 460 km. Da ich noch keine Höhenanpassung habe werde ich heute nur bis auf ca. 3200 Meter über Meereshöhe hinauf fahren, dort übernachten und dann am nächsten Tag über den eigentlichen Pass fahren. Die Strecke ist einfach zu fahren, in Chile ist es eine feste Erdpiste und ab der Grenze auf Argentinischer Seite sogar bester Asphalt. Die Nacht habe ich gut geschlafen, bei Sternenklarem Himmel unter Millionen von Sternen und einer unglaublichen Milchstraße!

Die Grenzkontrolle ist schnell erledigt ab zum Pass. Die letzten Höhenmeter merkt man dem Motorrad an dass von den ohnehin nur 42 PS nicht mehr viel übrig sind in der dünnen und mittlerweile eiskalten Luft. Dafür entschädigt die grandiose Landschaft und meine ersten wilden Lamas. In Argentinien empfängt mit die Region „La Rioja“ zuerst mit Gewitter, dann mit heißem und staubtrockenem Wetter. Auf der berühmt berüchtigten „Ruta 40“ fahre ich ab jetzt wieder gen Süden. An bizarren Felsvormaitonen vorbei, durch Schluchten und Täler mal auf Asphalt mal über Schotter. Aufgrund der Wirtschaftskrise und des guten Wechselkurses ist es in Argentinien gerade sehr billig zu Reisen. Einzig die Bargeldbeschaffung ist nicht immer ganz einfach. Entweder man hat genügend $ oder € in Bar dabei die man tauschen kann oder man findet einen ATM der ausnahmsweise mal Geld hat, am ATM ist die Ausgabemenge allerdings auf ein Maximum von 4000 ARS Pesos begrenzt was ca. 60 € entspricht. Und dazu kommt dann je nach Bank noch eine Gebühr für die ATM Nutzung von 350 ARS, ca. 5 €! Eigentlich würde ich gerne über den Paso Agua Negra wieder zurück nach Chile fahren und dann über einen weiteren Paß wieder zurück nach Argentinien. Doch leider ist der Aqua Negra noch geschlossen und macht erst am 06.12. auf. 1 Woche warten hab ich auch keine Lust, so setzte ich meinen Weg auf der Ruta 40 weiter fort.

Kurz vor Malargüe biege ich nochmals ab und fahre in die Berge in das Skigebiet „Las Lenas“ und ins „Valle Hermoso“. Nach einem Besuch der Heißen Quellen von den Thermas del Cajon Grande geht’s über den Paso Pehuenche vorbei am Lago Maule wieder rüber nach Chile.

An Vulkanen vorbei, einen Abstecher an die Küste, zurück in die Wälder und Seen fahre ich kreuz und quer bis Pucon, am Fuße des Vulcan Villarica. Hier war ich 2003 schon einmal und habe damals zusammen mit einem Schweizer bei Peter auf der Farm Ruka Rayan gezeltet.

Dank neuer Technik und der App iOverlander finde ich Peter wieder. Peter kommt ursprünglich aus Österreich , lebt und arbeitet aber seit mehr als 20 Jahren hier in Chile. Seine neue Freundin ist hochschwanger und Peter hat jede Menge Arbeit und Baustellen. Da ich keine Zeitdruck oder einen Plan habe wann ich wo sein will, werde ich 2..3 Wochen hier bei Peter bleiben und für Kost und Logis etwas arbeiten. Das Baby hat es dann auch nicht mehr in Mamas Bauch ausgehalten und kam 2 Wochen früher als geplant rechtzeitig zu Weihnachten am 20.12. auf die Welt.

Jetzt hat Peter noch weniger Zeit und ich noch mehr Arbeit!

Weihnachten haben wir dann gemeinsam sehr ruhig verbracht aber zu Silvester sind wir dann alle zusammen incl. Baby zu einem deutschen Freund und Nachbarn gegangen und haben ordentlich ins neue Jahr hinein gefeiert.

Jetzt hoffe ich dass mein neuer bestellter Hinterreifen bald kommt, dann kann es aus endlich weiter gehen.

Alles gute für das neue Jahr!

Lollo