Queensland, Sunshine State

leider ist mein Laptop immer noch kaputt, was es etwas schwieriger macht oefters mal einen Bericht oder Fotos Online zu stellen. hab mich die letzten Wochen im Sunshine State Queensland herum getrieben. So richtig hat es mich anfangs gar nicht dort hin gezogen, da mich die dichte Besiedlung eher abgeschreckt hat. Viel mehr Verkehr hier, schneller und aggressiver als im Rest von Australien und weniger moeglichkeiten Wild oder auf Gratis Campingplaetzten zu uebernachten. Trotzdem gibt es im Hinterland unglaublich schoene Landschaften, Wilde Natur, Schluchten, Wasserfaelle und natuerlich ultra coole und nette Australier die man auf jedem Campingplatz trifft! Was mir als erstes aufgefallen ist als ich die Grenze vom Northern Territory nach Queensland uebergquert habe war dass es hier so gut wie keine dieser laestigen Fliegen mehr gibt. Ist gleich viel angenehmer wenn einen bei einer Pause nicht gleich Millionen von Fliegen im Gesicht herum  nerven. Ueber das wunderschoene Atherton Tableland mit vielen Seen gings nach Cairns. Die Stadt hat sich seit meinem letzten Besuch vor 20 Jahren ziemlich veraendert. Der ganze Bereich um den Hafen und die Esplanade wurde kpl. neu angelegt, mit Lagune zum Schwimmen, jede Menge kostenloser Grillplaetze, Spielplatz, Beachvoleyball, Wasserspielen, einer Laufstrecke, Radfahrspur, ect. 

In Cairns hab ich nach langer Zeit mal wieder das Ventilspiel an meiner TT eingestellt, da ich 6 Tage in einem Hostel war und auf sonniges trockenes Wetter fuer einen Trip hoch zum Cape Tribulation gewartet habe hatte ich die Zeit und einen geeigneten Platz. Da mir an der Kueste entlang zu viel Verkehr war und es mich nicht unbedingt an einen der Staende gezogen hat, bin ich im Hinterland auf kleineren Strassen Richtung Sueden weiter gefahren. Auf dem Weg nach Rubyvale hatte ich dann einen Schutzengel, als ich einen Tag vor meinem 50. Geb. doch tatsaechlich ein Emu mitten am Tag angefahren habe. Gott sei Dank ist mir und dem Bike nichts weiter passiert und auch das Emu hat nur ein paar Federn verloren und ist zwar etwas hinkend aber doch wenigstes leben davon gelaufen. Auf dem Weg von Rubyvale zur Carnarvon Gorge durfte ich in der Werkstatt von Yamaha in Emerald einen Oelwechsel an meinem Motorrad machen. In Deutschland fast undenkbar, dass jemand selber in der Werkstatt des Motorradhaendlers werkelt und dort einen Oelwechsel macht.  Die Carnarvon Gorge war dann noch mal so ein richtiges Highlight. Hab dort eine 7 Stunden und ca. 20 km lange Wanderung durch die Schlucht gemacht. Von dort aus hab ich mich dann langsam aber sicher auf den Weg nach Brisbane und an die Gold Cost gemacht. Bei einer kleinen Werkstatt in Brisbane wurde dann nach dem mein Motorrad jetzt ca. 90.000 km auf der Uhr hat das Lenkkopflager getauscht, welches ziemlich ramponiert war und die bereits seit mehreren Monaten defekten Gabelsimmerringe auch gleich ausgetauscht. Bis auf den verschlissenen Kettensatz faehrt sich das Bike jetzt wieder viel handlicher und stabiler in den Kurven. Als naechstes Stand dann der Besuch bei meinem ehemaligen Kollegen Martin Latzel vom Pistenbully an, der seit 2006 hier in Tweet Heads lebt und arbeitet. 

Mit Martin habe ich dann mehrere Wanderungen gemacht, auf dem Mount Warning und im Springbrook NP, ausserdem sind wir natuerlich an den Strand gefahren und haben im Meer gebadet. 

Die naechste grosse Herausforderung steht jetzt schon an, naemlich die Organisation und Verschiffung des Motorrad aus Australien heraus. Bin diesbezueglich schon seit Wochen mit einem Verschiffungsagenten in Kontakt um alles zu organisieren.

Das Motorrad muss in eine Kiste verpackt werden und wird dann in einem Container ueber den Ozean schippern. 

Wohin??? Wird noch nicht verraten. 

have a god one

Lollo

von Melbourne bis nach Alice Springs

am 1 Mai, der hier kein Feiertag ist ging es mit der Fähre von Tasmanien zurück auf das Festland. Auf dem Weg nach Geelong zu Gaby, wo mein verlängertes Canet de Passage zur Abholung bereit lag bin ich nach ca. 40 km auf dem langweiligen Highway auf die Landstraße abgebogen. In dem kleinen Dorf "little river" habe ich an der Tankstelle mit angeschlossener Autowerkstatt angehalten. Es war mal wieder Zeit fuer einen Service am Motorrad. Oelwechsel und Ventilspielkontrolle! 

Da der Chef der Werkstatt selber Motorradfahrer ist hatte er noch einen Kanister Motul Oel, welches eigentlich fuer sein Bike gedacht war auf Lager für  mich und eine 19 Nuss samt Ratsche fuer das Ventilspiel konnte ich auch noch bei Ihm leihen. 

Er musste dann kurz fuer 1 Std. weg, hat mich noch gezeigt wo ich mein Altöl  entsorgen kann und so konnte ich ganz entspannt hier morgens meinen Service am Bike machen. Nach einem Cafe und Kuchen Stopp bei Gaby ging es weiter zum zweiten Mal für mich über die Great Ozean Road. Doch dieses Mal hatte ich die Straße fast für mich alleine. 

Weiter durch die Grampions und nochmals zu den Kletteren am Mount Arapiles nach Horsham und dann auf den Silo Trail.

Auf dem weiteren Weg in die Flinders Range habe ich dann ein Gruppe von 200 Radfahrern getroffen die von Adelaide bis in die Finders fahren. Auf dem berühmt berüchtigten Oodnadatta Track fuhr ich dann 700 km Offroad auf eine Gravel Piste.

Als ich in Oodnadatta morgens um 11 Uhr angekommen bin war mein weiterer Weg in das Paintet Dessert leider wegen heftigem Regen am Vortag für mehrere Tage gesperrt.  Auch konnte ich von hier nicht sofort weiter und zurück auf den Stuart Highway da auch diese Strecke nach Auskunft am Pink Roadhouse durch den Regen in Mitleidenschaft gezogen worden ist.  Die Empfehlung war hier 1 oder 2 Tage zu bleiben bis die Piste abgetrocknet ist.  Somit war mein Tag nach 50 km fahrt hier um 11 Uhr morgens beendet. Auf dem Gratis Camping Platz hier hab ich dann dafür gleich nette Bekanntschaften geschlossen zu einem älteren Pärchen aus Adelaide welches in ihrem großen Allrad Truck ebenfalls hier fest saß. Am nächsten Morgen gab's grünes Licht für die Strecke nach Marla zum Stuart Highway.  die 200 km gravel Road war bis auf ein paar kleine Pfützen und kleine Schlammige Wasserlöcher gut zu fahren.  In Marla am roadhouse gibt's einen guten Campingplatz und nachdem ich dort dann noch ein deutsches Paar mit ihren dicken BMW Motorräder getroffen habe blieb ich gleich 2 Tage hier. Zusammen sind wir dann den langweiligen Stuart Highway 230 km bis nach Coober Pedy gefahren.  In der Mienen Stadt stellte ich mein Zelt natürlich "Underground" in einer extra dafür gemachten Miene auf und schlief bei hier konstanten 24 Grad und ohne die lästigen Fliegen sehr gut! Bei einer Stadtrundfahrt in Alice Springs viel mir ein Pinkfarbener Bus auf.  Der Bus ist ausgebaut als Shop mit Vitrinen zum Verkauf von Opalen und Aboriginal Kunstwerken. 2 Stunden hing ich hier fest.  NICHT weil ich mich nicht entscheiden konnte welchen Opal ich jetzt kaufen soll, sondern wegen der deutschen Inhaberin die den Shop mit ihrem australischen Mann betreibt.  Sie hat mir ihre Lebensgeschichte erzählt und wie Sie vor über 10 Jahren hier gestrandet ist.  Als gelernte Krankenschwester kennt Sie sich jetzt super mit Opalen aus und hat mir ein wenig Einblick in diese Welt gewährt.  

von Coober Pedy ging's dann zügiger weiter zum Uluru und die Olgas.  Der Uluru sieht immer noch so speziell aus wie ich schon vor 19 1/2 Jahren gesehen habe.  Die Strecke zum Kings canyon ist jetzt  kpl. asphaltiert und die ca. 3 Std. Wanderung dort war absolut atemberaubend schön.  Nochmals kurz über eine üble 150 km lange Wellblech Piste zum Larapinta Drive und schon ereichte ich Alice Springs nach fast genau 1 Monat seit Melbourne und schon wieder 5000 km mehr auf dem Tacho.  

leider ist der Bildschirm meines Laptop kaputt gegangen so dass ich jetzt diesen Eintrag hier auf meinem kleinen Smartphone schreiben muss.  

von Alice Springs geht's dann nach dem Finke Desert Race für mich weiter Richtung Nordosten in wärmere Gefilde, grobe Richtung ist Cairns und Cape Tribulation.  

have a good one 

Lollo



Tasmanien 2 Jahre on the road!

 

Kaum dass ich zurück bin aus Neuseeland geht’s voll bepackt mit dem Motorrad gleich wieder auf eine Fähre. Die „Spirit of Tasmania“ bringt mich über Nacht in einer 10 Stündigen Überfahrt von Melbourne nach Devenport auf Tasmanien. Um 6:30 morgens spuckt mich die Fähre aus ihrem riesigen Laderaum in Devenport aus bei gerade mal 6 Grad! Verdammt ist das frisch hier.

Mein erster Stopp ist erst mal beim MCD, einen heißen Cappuccino und einen Muffin zum Frühstück. Langsam wärmt die Sonne und lässt das Thermometer um ein paar Grad nach oben wandern. Ich mache mich auf den Weg in Richtung Cradle Mountain. Vorbei an ein paar lustigen Briefkästen geht’s auf kleinen kurvigen Straßen Richtung Berge. Je höher und näher ich komme, umso kälter wird es gleich wieder und über den Bergen hängen dichte dunkle Wolken.

Dank Internet überprüfe ich kurz die Wettervorhersage für die nächsten Tage in dieser Region, doch leider sagt der Wetterbericht nix gutes also mache ich kurzerhand einen Schwenk und fahre weiter Richtung Osten. Ich Campe in der Nähe der Liffey Falls auf einem schönen Gratis Camp mitten im Wald. Die Buschfeuergefahr ist niedrig, so kann ich endlich mal wieder ein kleines Lagerfeuer machen. Morgens ist es ziemlich frisch in meinem Schlafsack und als ich aus dem Zelt krieche, weiß ich auch warum. Eiskristalle am Zelt und Raureif am Motorrad Sattel. Ja verdammt, ist denn schon Winter hier oder was? Bei eisigen Temperaturen geht’s über den Great Central Lake und in einer Schleife um den Arthur Lake weiter. In einem kleinen abgelegenen Dorf halte ich an um mich aufzuwärmen. Es ist ein Arbeiterdorf für eine Power Station, Wasserkraftwerk und es gibt einen Tee Room mit bestimmt 15 verschiedenen Sorten Tee und super leckeren Scones. Der Tee Room ist der Treffpunkt hier und schnell habe ich interessante Gesprächspartner gefunden. Über den äußersten Nord-Östlichen Zipfel fahre ich dann an der Ostküste weiter Richtung Süden. Da Ostern naht und dann hier Ferien sind muss ich mir eine Strategie überlegen wo ich die Feiertage vorhabe zu Zelten, da viele Plätze dann ziemlich voll sein werden. Zwei schöne Tage verbringe ich in der Bay of Fires bei St. Helens. In St. Helens gibt es eine Waschbox für Autos aber der Bonus dabei sind die 2 Duschkabinen mit Warmer Dusche für 2 $ kann man sage und schreibe 4 Minuten warm duschen. Was für ein Luxus den ich mir natürlich nicht entgehen lasse, da ich sonst meisten auf einfachen Gratis Campingplätzen übernachte wo es meisten nur ein Plumpsklo gibt und sonst nix.

Ganz im Süden der Ostseite angekommen quartiere ich mich auf einem Offiziellen Campingplatz nahe Dodges Ferry ein. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht bleiben und dann weiter nach Hobart, doch die Atmosphäre hier auf den Campingplatz ist so was von Cool dass ich schlussendlich 3 Tage hier bleibe. Am Karfreitag gibt es Life Musik, einen Food Truck und natürlich Lagerfeuer. Bis spät in die Nacht wird gefeiert. Eigentlich mache ich mir nicht so viel aus modernen Kunst aber nachdem mir so viele Leute vom besonderen MONA Museum in Hobart erzählt haben muss ich da hin. Und ich werde nicht enttäuscht, schon allein das mehr oder weniger unterirdische Gebäude ist der Wahnsinn und auch der Rest der Kunstwerke ist sehr speziell und besonders. Auf jeden Fall einen Besuch wert! Nach einem Abstecher zum Absolut südlichsten Punkt von Tasmanien/Australien, mit Wanderung zur South Cape Bay dahinter kommt dann nur noch die Antarktis fahre ich über die Mitte der Insel wieder zurück Richtung Norden. Ich schaue immer mal wieder nach dem Wetterbericht für die Westküste, doch leider regnet es dort fast immer und es immer ein paar Grad kühler als im Osten. Ganz im Norden angekommen Versuche ich mein Glück nochmals und fahre Richtung Westküste. Am zweiten Tag nach 50 km Fahrt mit heftigem Gegenwind so dass ich gerade mal 65 km/h fahren konnte gebe ich auf, das Wetter ist zu Schlecht, zu Nass und zu stürmisch. Nach 3 Wochen verlasse ich Tasmanien wieder mit der „Spirit of Tasmania“ über Nacht geht’s zurück auf das Festland nach Melbourne.

Fast hätte ich es Vergessen, so ganz nebenbei habe ich die 2 Jahre Marke „on the road“ überschritten! Hab´s fast nicht bemerkt dass ich wirklich schon so lange unterwegs bin.

 

Mein Carnet de Passage wurde gerade Verlängert hier in Australien, so dass ich noch ein paar Monate hier bleiben werde. Im August oder September werde ich mich dann um die Verschiffung meines Motorrads kümmern. Wohin??? take it easy... Lollo

Planänderung! Urlaub in Nz!

Warum sollte es beim Reisen anders sein als im richtigen Leben? Pläne und Ziele müssen unter Umständen neuen gegebenen Situationen angepasst werden. Eigentlich wollte ich ja mit meinem Motorrad bis Neuseeland fahren. Doch daraus wird vorerst leider nix. Der Transport von Oz nach Nz kostet mind. 1.000 € und bedeutet wieder eine Woche Motorrad mit der Zahnbürste putzen wegen der Quarantäne Bestimmungen dort, die genauso schlimm sind wie in Oz. Außerdem werde ich in Nz nicht alleine unterwegs sein, da mich meine allerliebste Freundin Isabel für 2 Monate besucht. Da wir zu zweit nicht auf meinem Motorrad fahren können und 2 Motorräder wegen fehlendem Führerschein auch nicht gehen, haben wir uns dazu entschieden die 2 Monate in einem gemieteten Campervan Neuseeland zu bereisen und hoffentlich eine schöne Zeit zusammen zu verbringen. 

Dies wird für mich natürlich erstmal eine Umstellung, zu zweit zu Reisen und in einem Campervan mit Bett, Küche und etwas mehr Komfort als auf meinem Motorrad. Luxus Urlaub pur!  Wir hoffen auf schönes Sommerwetter, so dass wir einige Wanderungen auf Nord-und Südinsel machen können. 

Anfang April fliege ich dann zurück zu meinem Motorrad nach Oz, welches ich glücklicherweise bei Gaby in Geelong solange unterstellen kann. Dann muss ich mich erstmal um die Verlängerung meines Carnet de Passage kümmern, welches in April ausläuft bevor es dann gleich weiter nach Tasmanien geht. 

Wie es dann weiter geht, dazu später mehr......

morgen Samstag 9.2.19 um 23:50 Uhr geht der Flieger von Melbourne nach Auckland.

Ab Sonntag sind wir dann im Campervan unterwegs! Mal eine schöne Abwechslung nach 21 Monaten on the road mit dem Bike!

 

herzliche Grüße an alle, 

Lollo 

 



Perth – Nullabor Plane – Geelong kalte Nächte im Süden von WA

Nachdem ich die letzten Nächte vor Perth nachts bereits gefroren habe wie ein Schlosshund in meinem unbeheizten kleinen Zelt, ich hatte ja nur eine Yakwolldecke aus Nepal zum zudecken da ich mein Winterausrüstung incl. Warmem Daunenschlafsack ja von Malaysia schon im Januar letzten Jahr voraus nach Geelong zu Gaby gesendet hatte, war ich schon kurz davor mir einen billigen Sommerschlafsack zu kaufen. Aber Glücklicherweise fand ich im Chaotischen Space-Ship Hostel in Perth in einem Regal voll mit Utensilien von Backpackern die sie nicht mehr benötigen doch glatt einen Schlafsack. Als Tausch und um nicht unnötig viel „gruscht“ in meinen begrenzten Platz in den Packtaschen zu packen habe ich dafür meinen Campingstuhl dort gelassen.

Vor meiner weiterfahrt habe ich noch kurz das Ventilspiel eingestellt und mich dann auf den Weg Richtung Süden von Perth nach Margaret River aufgemacht. Es war Anfang Dezember, also eigentlich Sommer trotzdem waren die Nächte immer noch bitter kalt. Meistens habe ich auf Rastplätzen oder Gratis Camping Spots übernachtet. Diese Spots findet man in Australien ganz einfach mit Hilfe der sehr guten App: WickiCamps AU!

Sogar die einheimischen „Grey Nomads“, so nennt man hier die Rentner die mit den Jahreszeiten dem guten Wetter folgend in Ihren Wohnmobilen leben nutzen diese App und man trifft und sieht sie dann auf diesen Gratis Camping Plätzen. Am Margaret River entlang gibt’s sehr viele luxuriöse Weingüter und es ist eine beliebte Ausflugsregion für die Leute aus Perth. Vom Südwestlichsten Zipfel aus, dem Cape Leeuwin ging es dann durch riesige Wälder mit gigantischen Bäumen auf die man auf eine Plattform in 60 Meter Höhe auf Eisennägeln hoch klettern konnte weiter über Albany bis Esperance. In Albany habe ich in der Bücherei einen interessanten älteren Mann kenne gelernt, dessen Familie ursprünglich aus Holland stammt. Nach einem langen Gespräch haben wir uns dann später in einer Kirche zum Abendessen wieder getroffen. Die Kirchengemeinde veranstaltet ca. alle 2 Wochen im Gemeindezentrum ein Abendessen auf Spendenbasis, ähnlich der Vesper-Kirche in Ulm! Man trifft sich dort zu einem leckeren 3 Gänge Abendessen, man unterhält sich ein bisschen und Spendet dann etwas für das Essen. Noch ein kleiner Abstechen zwischendrin zum Stirling Range NP mit Wanderung zum Bluff Knoll und dann weiter bis Esperance. Hier ist erst mal wieder Wäsche waschen angesagt, so was banales muss zwischendurch leider auch mal sein. Habe lange überlegt welche Route ich Richtung Osten weiter fahren soll, entweder über den Nulabor Plane 1600 km bis nach Port Augusta oder alternativ die 1200 km lange Schotterpiste des „Great Central Road“ die mich direkt zum Uluru geführt hätte. Die „Great Central Road“ hätte mich schon sehr gereizt, aber für die 1200 km Schotterpiste hätte ich zuerst neue Stollenreifen aufziehen müssen und Ende Dezember ist es im Outbck am Ulura bereits unerträglich heiß mit Temperaturen um +40 Grad und mehr! Eigentlich fährt niemand zu dieser heißen Zeit ins Outback wenn er nicht unbedingt muss. Also ging´s von Norseman bis Port Augustus 1600 km über den Nulabor Plane. Manche Leute brettern die Strecke einfach nur durch und versuchen so viele km wie möglich zu machen, ich habe mir Zeit gelassen und bin nur ca. 350 km am Tag gefahren. Es gibt nicht wirklich viel Spannendes zu sehen entlang der ersten 1000 km aber trotzdem ist es nicht langweilig oder Öde!

Jeder Stopp an einem der wenigen Roadhouses entlang der Strecke wird zum Highlight des Tages und man trifft dort auch einige verrückte Radfahrer! Habe auf dem Nalabor sogar gleich 3 Radfahrer getroffen, pretty taff riding, je nachdem ob man von West nach Ost oder umgekehrt fährt hat man mal Rückenwind oder heftigen Gegenwind und Wasser auffüllen ist für mich und die Radfahrer am Nulabor Plane nicht immer einfach. Selbst die Roadhouses müssen ihr eigenes Trinkwasser aus tiefen Bohrlöchern hoch pumpen, Filtern und entsalzen. Von Norseman bis zum Nulabor Roadhouse, ca. 900 km wächst entlang des „Eyre Highway“ noch üppige Vegetation mit Büschen, Sträuchern und Bäumen, ab dem Nulabor Roadhouse bis Ceduna, die erste kleinere Stadt, dann schon in Süd-Australien wächst dann rein garnix mehr! Nur noch flache, heiße staubige Steppe. Man überquert auf dieser Strecke die Grenze von West Australien nach Süd Australien mit üblicher Quarantäne Inspektion, man darf weder frisches Fleisch, Fisch, noch frisches Obst, Gemüse, Käse oder Milchprodukte von WA nach SA oder von SA nach WA einführen. Da heißt es gut planen beim einkaufen und vorher alles aufessen. Außerdem überschreitet man 2 mal die Zeitzone. Einmal gibt’s ne ½ Stunde vor und das zweite mal 2 Stunden vor. Ziemlicher Zeitsprung, was man daran merkt dass die Tage sofort wieder länger werden und es jetzt in SA bis 21:30 hell ist. Mit einem Schlenker Richtung Süden weg vom Highway ging´s weiter bis Port Augusta. 2 Tage zuvor hat leider meine gute Therm-A-Rest NeoAir Luftmatratze angefangen zu „delaminieren“ und eine dicke Luftblase zu schieben. Zum Glück gibt’s hier in Australien ein Service und Reparatur Office von Cascade Design welches die Garantieabwicklung hier übernimmt. Nach ein paar E-Mails und einem Telefonat bekam ich eine neue Matte nach Quorn ins Tourist Information Center gesendet, welches auf meinem Weg in den Flinders Range NP liegt. Top Service, dank „lebenslanger Garantie von Therm-A-Rest!

Im Flinders Range NP blieb ich dann 3 Tage und habe 2 kleinere Wanderungen gemacht, trotz Temperaturen von 38 … 40 Grad. Peterborough, eine schöne alte Historische Kleinstadt an der sich früher 3 Bahnlinien kreuzten hat ein tolles altes Capitol Theater umfunktioniert zu einem Café mit Museumscharakter und ein kleines aber feines privates Motorrad Museum. Über das Barossa Valley, der Weinregion nahe Adelaide fuhr ich ein Stück an Australiens längstem Fluß, dem Murray River entlang bis nach Murray Bidge. Hier habe ich zusammen mit Michael, einem Schweizer den ich ein paar Tage zuvor getroffen hatte dann Weihnachten im B&B A la Foly verbracht. Hahndorf ein altes deutsches Dorf wo es Leberwurst, Sauerkraut und Apfelstrudel gibt, war mir dann doch zu Touristisch und voll dass ich mich auf den Weg in den Arapiles NP und die Grampions auf gemacht habe. Der Arapiles NP ist ein Weltweit bekanntes Kletterparadies mit 3000 Routen in allen Schwierigkeitsgraden und jede Menge Mehr-Seil-Touren. Hier habe ich dann unter den ganzen Kletteren auf dem Campground Silvester verschlafen. Hab mir um 23:00 Uhr eine schöne Flasche Rotwein aufgemacht und ein Glas voll getrunken. Dann hatte ich mich nochmals kurz in mein Zelt gelegt und bin natürlich sofort eingeschlafen. Um 0:35 bin ich dann nochmals wach geworden, aus meinem Zelt gekrabbelt und hab mir nochmals eine Tasse Wein rein geschüttet. Da hier im NP absolutes Feuerverbot wegen Buschbrand Gefahr ist gab´s natürlich auch kein Feuerwerk und die meisten Kletterer stehen früh auf um in der noch kühleren Tageszeit schon eine Route in den Felsen zu klettern, so gab´s keine Party auf dem Campground. Auf kurvenreicher Strecke durch die Grampions weiter über die Great Ocean Road an der Küste Entlang bis nach Geelong zu Gaby und Ihrer Familie. Die Great Ocean Road ist Toll, nur eben Nicht Anfang Januar in der Ferienzeit und absoluten High Season hier. Volle Straßen, volle Campingplätze, lange Schlangen an den Foto-Spots entlang der Strecke, … to much für mich, schnell weg hier.

Weiter geht’s wieder ins Hinterland auf kleinen Straßen mit neuen Reifen.

Bis die Tage, have a good day mates

 

Lollo

auf der Kürbis-Farm und von Broome bis Perth

 

nach 3 Nächten in einem Hostel in Broome mit Pool sind David und Ich auf die größte Kürbis-Farm von Westaustralien umgezogen. Am schwarzen Brett im Hostel hatten wir die Nachricht gelesen, dass die Farm 2 „kräftige junge“ Männer sucht für 3...4 Tage für die Kürbis Ernte. Ein bisschen Taschengeld oder Benzingeld verdienen und dazu noch kostenlos auf der Farm Campen zu können waren einfach zu verlockend. Unser Tagesablauf war nur folgender:

zuerst mussten die Boxen gebaut werden in die die Kürbisse gelagert wurden. Dazu wurden uns jeweils 4 Paletten zurecht gelegt, dann gab es Stabile Wellpappe Kartonagen welche zu 8 Ecken gebogen und geformt wurden und dann an Laschen unten direkt auf die Paletten genagelt wurden. Da David als Zimmermann mit Hammer und Nagel gut kann hab ich die Boxen zurecht gefaltet, ihm auf der Palette sauber positioniert und er hat die Dinger dann fest genagelt. Anschließend wurde noch der Boden der Palette in der Box mit Pappe ausgelegt um Beschädigungen an der untersten Kürbissen zu vermeiden. Dann wurden die 4 Paletten auf einen selbst gebauten Anhänger mit seitlich ausladendem Förderband von ca. 3 Meter Länge abgestellt. Nachdem wir dann mit dem Traktor auf dem Anhänger sitzend zu unsrem Feld voller Kurbisse gefahren sind, ging die eigentliche Arbeit, das Kürbis Ernten erst richtig los.

Der Traktor fuhr im Kriechgang in einer Spur über das Feld, der Chef stand oben auf dem Anhänger am Ende des Förderbands und hat alle Kürbisse die wir im Feld abgeerntet und darauf gelegt hatten kontrolliert und nach Größe sortiert in den Boxen abgelegt. Am Anfang hatten wir noch eine kurze Einweisung bekommen, welche Kürbisse reif sind und geerntet werden und ab welcher Größe.

So Stapften wir durch das grüne Dickicht der Kürbis pflanzen hinter dem Förderband her und suchten im dichten grün nach den reifen Kürbissen die wir dann am Stunk mit einer Astschere abgeschnitten haben um sie dann auf dem Förderband abzulegen. Je nachdem ob es ein gutes Feld mit vielen reifen und großen Kürbissen war oder ein schlechtes Feld mit wenigen Kürbissen dauerte das Füllen der 4 Boxen mit je ca. 500 km Kürbis zwischen 1 Std. und 1 ½ Std.

So haben wir morgen 2 Fuhren gemacht, dann war eine 15 Minütige Teepause, dann eine weiter Fuhre und nach der Mittagspause nochmals eine Fuhre. Also insgesamt 16 Boxen a 500 kg an den ersten 3 Tagen, Arbeitszeit von 7:00 Uhr bis ca. 15:00 Uhr mit einer Stunde Mittagspause.

Am letzten Tag war unser Soll bereits zur Mittagszeit erfüllt und alle Felder abgeerntet.

Morgens die ersten beiden Fuhren war es meistens sehr schwül und wir haben geschwitzt wie die Hunde und bestimmt jeder 4...5 Liter Wasser getrunken. Später wurde es dann besser, dann war es nur noch trocken heiß! Abends haben wir dafür immer lecker in der Outdoor Küche gekocht und uns auch mal ein kühles Bier genehmigt. Tolle Erfahrung, harte Arbeit aber länger als ein paar Tage muss dann auch nicht sein.

Nachdem sich Davids Pläne mit Chris und Anja eine Wüstentour von ca. 1400 km über die Canning Stock Route zerschlagen hatten sind wir also weiter als Zweier-Team unterwegs gen Süden in Westaustralien. Nach 700 km langweiligem Highway finden wir endlich eine Abkürzung über Schotterpisten die und über Marbel Bar in den Karinjini NP führen. Hier im NP gibt’s schöne Schluchten zum Wandern und Badestellen die das ganze Jahr über Wasser haben, eine willkommene Erfrischung. Da wir von den Schotterpisten noch nicht genug haben fahren wir über Tom Price bis zum Mount Augustus weiter Quer durchs Outback. Der Mount Augustus ist der größte Granitfelsen der Welt. Es gibt einen schönen Campingplatz am Fuße der Felsen mit schöner grüner Campingwiese, was eher seltenes hier in Oz. Die Wanderung zum Gipfel ist schön und anstrengend zugleich, zum Glück ist es etwas bewölkt und daher nicht so heiß, trotzdem sind meine Wasserflaschen mit 4 Liter Wasser die ich dabei hatte am Ende der 6 Stunden Wanderung leer.

Nach 2 weiteren Fahrtagen erreichen wir den Highway wieder der und bis nach Perth bringt.

Vorher aber noch machen wir einen Abstecher in einen anderen NP bei Denham. Eine letzte Nacht verbringen wir noch zusammen auf einem Rastplatz neben dem Highway denn am nächsten Tag trennen sich unsere Wege, währen David schnellstens nach Perth möchte mache ich noch einen Abstecher zurück an die Steilküste nach Kalbarri. Hier gibt’s einen kleinen NP mit tollen Klippen ähnlich der great Ocean Road und einen Pinkfarbenen See! Da ich im NP nicht wild Campen darf finde ich einen schönen Platz auf einer Pferderanch mit Pool. Ach wie ist das leben doch manchmal einfach schön. Nach ein paar mehr oder weniger schönen, langweiligen Fahrtagen entlang des Highway erreiche ich die abgelegenste Großstadt von Australien, Perth. In einem Space-ship anmutenden Hostel welches aus 3 kleinen Häusern besteht die irgendwie miteinander verbunden sind komme ich im Chaotischsten 8 Bett Dorm Zimmer unter, in dem natürlich wie es der Zufall so will auch David sein Bett hat. Da die meisten Gäste des Hostel entweder Deutsche oder Franzosen sind die hier länger bleiben weil sie versuchen hier in Perth zu arbeiten und gutes Geld zu verdienen herrscht eine lässige Stimmung, fast wie in einem Jugendlager. Da fühl ich mich doch als alter Sack gleich richtig wohl. Allerdings muss ich sagen, dass ich Perth von vor 19 Jahren ganz anders in Erinnerung hatte. Vielleicht liegt´s an den Leuten die ich treffe oder habe ich jetzt da ich älter und lebenserfahrener bin eine andere Sichtweise wie damals vor 19 Jahren?

Who knows! Take it easy as always...

Lollo