Indonesien Part IV

Erdbeben auf Lombok, Plattfuß auf Sumbawa, Flores und allgemeines

 

Während des ersten Erdbebens was ich gerade noch auf Lombok und wurde morgens um 7:00 Uhr

von einem wackelnden Bett geweckt. Zuerst hab ich es gar nicht richtig realisiert, bin dann irgendwie instinktiv aufgestanden und raus vor das Haus in den Innenhof gegangen. Dort stand bereits die Besitzerfamilie meines Homestays. Erdbeben! Danach gab es bestimmt noch mind. 1 Std. lang kleinere Nachbeben, aber hier im Süden in Kuta auf Lombok war nicht wirklich viel zu spüren. Als ich mich dann später auf den Weg zur Fähre nach Sumbawa gemacht habe, meinte meine Gastfamilie in der Hauptstadt Martaram wären viele Häuser beschädigt und einige Straßen unpassierbar. Mein Weg zur Fähre war aber ohne Probleme und nach einer kurzen Fährüberfahrt

von 2 ½ Std. war ich auch schon auf meiner nächsten Insel, Sumbawa. Am zweiten Tag auf Sumbawa als ich nach einer Mittagspause an einem schönen Stausee über eine kleine Piste zurück zur Hauptstraße gefahren bin hat sich ein langer Nagel durch meinen Hinterreifen gebohrt und gleich 3 Löcher in meinen Schlauch gemacht. Zum Glück gibt es überall auf diese Welt super nette und Hilfsbereite Menschen, die mir geholfen haben den Reifen zu demontieren. Da es schön später Nachmittag war und die Dunkelheit einbrach und ich meinen Reifen nicht mehr rechtzeitig geflickt bekam, durfte ich im Garten neben der Werkstatt Zelten und wurde sogar noch mit einer Nudelsuppe versorgt. Danke für die tolle Hilfe und spontane Gastfreundschaft. Der Rest von Sumbawa war schnell durchquert und nach einer letzten Nacht in einem Losmen (kleines Privates Homestay) ging es am anderen morgen früh zur Fähre, die mich dann in 7 Std. nach Flores gebracht hat. Labuan Bajo ist das touristische Zentrum für Ausflüge in den Komodo NP zu den Waranen und zum Schnorcheln und Tauchen. Für 2 Tage hab ich mein Bike hier im Guesthouse stehen lassen und bin mit einer Gruppe anderer Touristen mit dem Boot nach Komodo gefahren. Die Schnorchel Spots waren super schön, wirklich viele bunte und gesunde Korallen und noch mehr bunte Fische. Hier hätte ich mir mal wieder eine Wasserdichte Gopro gewünscht und das Farben-Schauspiel der Unterwasserwelt fest zu halten. Auf Komodo und Rinca haben wir kurze Wanderungen gemacht um die Warane zu sehen. Leider ist gerade Paarungszeit und die Warane haben sich etwas zurückgezogen und sind weit verstreut irgendwo auf der Insel. Trotzdem haben wir ein paar gesehen und von den Rangern viele Informationen dazu erhalten.

Zurück in Labuan Bajo konnte ich am nächsten Tag meinen Paß wieder von der Immigation abholen, Visa Verlängerung die zweite! Auch solche Bürokratischen Sachen müssen unterwegs immer mal wieder erledigt werden. Genauso wie ich seit geraumer Zeit versuche die Verschiffung von Dili in Ost-Timor nach Darwin zu organisieren. Mittlerweile habe wir eine WhatsApp Gruppe und sind jetzt bereits 5 Motorräder (6 Personen) die zusammen einen Container mieten wollen.

Wenn alles klappt, dann treffen wir uns alle Anfang September in Dili und verschiffen ca. Mitte September, dafür müssen dann unsere Bikes „klinisch“ sauber sein, sonst gibt’s Probleme mit den Australischen Quarantäne Bestimmungen. Das heißt erst mal tagelang putzen in Dili bevor die Bikes dann für 1...3 Wochen im Container verschwinden. Bis dahin werde ich noch gemütlich auf Flores herumkurven und dann die letzte der Fähren von Larantuka nach Kupang (16 Std.) nehmen.

 

Noch ein paar allgemeine Gedanken zu Indonesien.

Super schöne Natur hier, Verkehr bis auf Java OK, die Leute hier extrem Freundlich, bis auf den Dieb auf Lombok, günstiges und meistens auch gutes Essen und super leckere frische Früchte wie Mango, Papaya, Wassermelonen, Kokosnuss, Bananen, Ananas,.......).

 

Leider gibt’s auch ein paar nervige Sachen.

Über die täglichen Selfieatacken reden wir schon gar nicht mehr und die ständigen Fragen der meistens jugendlichen wie:

My name is? Was soviel heißen soll wie: wie heißt Du?

Oder Come from? Was bedeutet: woher kommst Du? Selfie? Smoking?

Ja, dass mit der Rauchen hier ist so eine der Sachen die mir so langsam am meisten auf den Keks geht. Indonesien ist mit großem Abstand das Raucher freundlichste Land dieser Erde. Eine Packung Kippen kostet ca. 1 € und bis auf ein paar Öffentliche Gebäude ist es überall erlaubt zu Rauchen.

Vermutlich Rauchen in Indonesien 99,95 % aller Männer und Jugendlichen ab 16 Jahren, einige auch schon früher mit 12....14! Egal wo du bist ständig wirst du zugequalmt! Wenn ich irgendwo anhalte und Pause mache und sich einige Einheime zu mir gesellen, dann ist die 2te oder 3te Frage ob ich Rauche und mir werden Kippen angeboten. Wenn ich dann verneine werde ich wie ein Aussätziger angeschaut! Wie, warum rauchst Du nicht, es rauchen doch alle! Vielleicht liegt es ja am Islam, den Alkohol ist ja „offiziell“ zumindest verboten, so wollen sie wenigstens Rauchen. Ziemlich bescheuert jedenfalls!

Das zweite sehr ärgerliche was einem nach längerer Zeit hier auffällt ist die Umweltverschmutzung, speziell mit Plastikmüll und dass hier so überhaupt kein Verständnis für die Umwelt vorhanden ist. Auf den Fähren wir der Müll in Plastiktüten einfach über Bord ins Meer geworfen, Am Stand werden nach einem Picknick die Reste einfach liegen gelassen oder ins Meer gekippt. Überall unterwegs am Straßenrand liegt Plastikmüll herum, aus dem Bus fliegt aus den Fenstern die leere Wasserflasche und selbst kleine Kinder kaufen sich im Shop hier eine Tüte Süßigkeiten und die leere Verpackung wir dort wo sie gerade stehen einfach fallen gelassen. Auch wenn 2 Meter daneben ein Abfallbehälter steht! Manchmal verzweifle ich innerlich hier und frage mich warum wie in Europa, wo wir gerade mal nur ca. 740 Millionen sind soviel Anstrengungen unternehmen unsere Umwelt und die Natur und das Weltklima zu schützen, wenn sich 4 Milliarden Asiaten einen Scheißdreck darum kümmern! Wenn sich dass nicht schleunigst ändert, dann ist die Welt eh nicht mehr zu retten.

Soll natürlich nicht heißen, dass wir jetzt alle einfach aufhören sollen, Aber ein weiter so ist definitiv keine Lösung!

 

Bis demnächst, es geht immer weiter....

 

Lollo

Diebstahl auf Lombok!

So Leute, jetzt bin doch glatt das erste mal auf all meinen Reisen bestohlen worden. Habe mir gestern Abend ein schönes einsames Plätzchen am Stand gesucht und dort mein Beach Camp aufgeschlagen. Als ich Abends dort ankam, waren noch einige Menschen am Strand und haben dort bei Ebbe nach Krebsen im Sand und zwischen den Steinen gesucht. Habe extra darauf geachtet möglichst weit weg von den Fischerbooten und den Leuten einen Platz zu finden, der etwas abgelegen und nur durch einen schmalen Pfad, auch mit dem Motorrad erreichbar ist. Genau dort habe ich mich dann niedergelassen und prima geschlafen. Den ganzen Abend und auch am morgen habe ich weit und breit keine Menschen Seele gesehen. Da ich keine Eile hatte, habe ich mir morgens sehr viel Zeit gelassen. Nach dem Frühstück hat sich dann mein Darm gemeldet und so habe ich mich ins Gebüsch unweit des Camps verzogen. Danach war ich noch einmal kurz im Camp und sogleich einen schmalen Pfad zum Stand hinunter zu gehen. Allerdings war es am Strand ziemlich Felsig und die Strömung war sehr stark so dass ich wieder zurück zum Camp bin. Als ich ankam viel mir sofort auf, dass etwas nicht stimmt. Die Apside des Zelt war lose, mein Kulturbeutel, der hinten auf dem Motorrad lag fehlte und die beiden Spanner über der Sitzbank waren lose. Zuerst konnte ich mir das ganze nicht wirklich erklären und dachte an einen Windstoß! Doch als ich den Kulturbeutel auch in der näheren Umgebung nicht finden konnte wurde ich stutzig. Dann musste ich leider feststellen, dass auch mein kleiner Rücksack fehlt. Wo ist der Rucksack? Habe ich ihn woanders abgestellt? Panik kommt auf! Was war im Rücksack? Denk nach; mein zweiter „Fake“ Geldbeutel mit abgelaufenen EC und Kreditkarten. 20 Ringit aus Malysia aber viel schlimmer, meine Geldkatze mit meinem zweiten Paß, auf den das Australien Visum läuft und Bargeldreserven in € und $! Scheiße! Ich laufe ferngesteuert im und um das Camp herum und kann es nicht fassen. Keine Menschen Seele weit und breit und jemand stiehlt meinen Rucksack aus meinen Zelt, währen ich nur kurz 1 Minute und vielleicht 100 Meter weit weg war! Ich denke nach, bekomme wieder Panik fluche über mich selber. Wieso gerade jetzt und hier?

Ich laufe immer noch wie ferngesteuert umher und suche die Gegend um mein Camp ab in der Hoffnung irgend einen Hinweis zu finden. Plötzlich, da hinten auf dem Boden im Sand liegt doch etwas, etwa 200 Meter vom Camp weg. Ich finde meinen Rucksack, offen am Boden im Sand liegen, die Geldkatze schaut halb heraus. Ich schaue mich um, kann niemanden hier sehen und begutachte den Schaden. Das ganze Geld, welches in meinem zweiten Paß war, der wiederum zusätzlich vor Wasser geschützt in einem Zipplock beutel war ist WEG. Der Paß ist Gott sei dank da. Die 20 Ringit aus meinem „fake“ Geldbeutel sind auch weg. Alles andere ist noch da. Da hatte es jemand wirklich nur auf das Bargeld abgesehen. Zurück im Camp lecke ich meine Wunden, wäre ich länger am Strand geblieben, dann hätte der Täter noch mehr Zeit gehabt das Zelt weiter zu durchsuchen. Schließlich lag mein Laptop, Handy und der Richtige Geldbeutel noch im Zelt! Nachdem ich alles zusammen gepackt habe mache ich mich auf zu Polizei um Anzeige zu erstatten. Die Polizisten sind überaus freundlich und nehmen meine Aussage auf und erstellen ein Protokoll. Da ich allerdings niemand gesehen habe und das Bargeld nicht markiert ist oder irgendwelche Spuren oder Macken hat machen Sie mir wenig Hoffnungen.

Lektion gelernt! Bin einfach schon zu lange hier in Indonesien und unvorsichtig geworden, da ich bis jetzt nur extrem freundliche Menschen hier getroffen habe. Aber merke, ein Arschloch gibt’s überall! Ab jetzt bin ich wieder vorsichtiger!

Glück im Unglück, wenigstens ist der Paß nicht weg....

 

 



BALI

heute mal nur ein kurzer Zwischenbericht über die letzten Meter auf Java und durch Bali!

Nach dem schönen Sonnenaufgang am Mount Bromo war ich zwar von den Touristenmassen dort etwas abgeschreckt, bin dann schlussendlich doch zum nächsten auf dem Weg liegenden aktiven Vulkan, dem Ijen gefahren. So langsam hatte ich mich auch an den teilweise heftigen Verkehr auf Java gewöhnt und konnte die Fahrt dorthin genießen. 

Auf den letzen paar km ging es durch Kaffeplantagen und es wurde immer frischen je weiter ich hinauf kam.

bei einem Tee Stop durfte ich dann die spezielle Kaffee Sorte "Kofi Luwak" mir dort anschauen. 

Eine ganz bestimmte Katzenrasse wird dort "gefangen" gehalten, darf die rohen Kaffeebohnen essen, im Magen-Darntrackt dann halb fermentieren bevor sie mit dem Kot wieder ausgeschieden werden. Nach trocknung, reinigung, entfernen der Schale,...werden die Kaffeebohnen dann geröstet, verpackt und verkauft. Angeblich der beste und teuerste Kaffee der Welt. 

Wer^s  braucht. 

Weiter am Fuße des Mount Ijen direkt beim Eingang und Start zur Wanderung zum Crater gibt es ausnahmsweise mal einen Campingplatz, des nix kostet. Die Nacht war kurz und kalt, um 1:30 Nachts mache ich mich im Schein der Stirnlampe mit gefühlt 100 anderen auf den Weg nach oben. Der Weg ist nicht schwierig oder gefährlich und ich darf sogar alleine ohne eine Tour oder einen Guide gehen. Nach ca. 1 1/2 Std. erreiche ich Craterrrand und nach einer weiteren 1/2 Std. steilen Abstiegs in den Crater hinein die Stelle an der es Raucht und Qualmt wie die Sau und die meisten anderen Touris haben auch alle braf Ihre Gasmasken auf wegen der Gefahr eines Sauerstoffmangels aufgrund der heftigen Schwefeldämpfe.  Nur ein paar Wenige sind ohne unterwegs, ratet mal wer da mir dabei ist! Das eigentliche spektakel warum alle so früh aubrechen zu diesem Trek ist die Blaue Flamme des höchst aktiven Vulkans und die kann man leider nur im dunkeln sehen, also vor Sonnenaufgang bis ca. 4:30.

leider war Sie an diesem Tag in dicke Bambusröhren verpackt, so dass nur ein kleiner Rest davon zu sehen war. 

Trotzdem beeindruckend die harte und schlecht bezahlte arbeit mit geringer Lebenerwarung der Arbeiter hier die im Schwefelabbau schuften. 

Nach einer kurzen Fährüberfahrt bin ich dann auf der wohl Touristischten Insel von Indonesien gelandet, nämlich auf Bali. 

Zum Glück ist die Insel nich sonderlich groß und wenn man vom heißen Stand 30 km weg Fährt ist man meisten schon in den etwas kühleren Bergen. Da ich jetzt gerde in der Hochsaison der Schulferien zu Hause hier unterwegs bin merke ich schnell. 

Auch musste ich mein Bauchgefühl und meine Perspektive bezüglich Kosten für Unterkunft und Essen auf Bali anpassen. Alles ist hier teurer als auf Sumatra oder Java. Und wir sprechen hier von Unsummen Teurer!

günstige Unterkunft in Sumatra,/ Java: 3 ... 6 € auf Bali 6 bis 10 €:

einfaches Mittag- oder Abendessen:  Sumatra / Java 1,- ... 2,- € ; Bali  3,-... 5,- €

nach oben gibt1s natürlich keine Grezen! Unsummen! Unverschämtheit!

nach einer Woche hier auf Bali zwischen Beach und Berge kann ich den ganzen hipe um Bali und Ubud leider noch nicht verstehen. Der einzige Vorteil hier ist dass wenn man möchte man sehr gute Vegane / Vegetarische Restaurants findet.

In Amed im Nordosten war ich 2 Tage beim Schnorcheln, was sehr nett war. 

Jetzt zieht es mich allerdings weiter nach Lombok. 

doch wieder etwas länger geworden das geschwafel...

Lollo

Von Sumatra nach Java

vom Nördlichsten Punkt bei KM 0 auf der Insel Pulau Weh geht` es Richtung Süden über den Äquator auf die Südhalbkugel und weiter bis nach Java!

nach meinem zweiten Besuch am lake Toba geht es weiter Richtung Süden über den Äquator auf die Südhalbkugel.

Irgendwie ein komisches Gefühl, nach mehr als einem Jahr und 35.000 km jetzt den Äquator auf dem Landweg zu überqueren.

In Bukittingi besichtige ich den Canyon, das Fort de Kock und ein Japanisches Tunnelsystem aus dem Jahre 1945. 

Die Weiterfahrt auf der schönen Küstenstrasse im Westen ist durch die Ferienzeit und die Feiertage wegen dem Ende des Ramadan mit sehr viel Verkehr sehr anstrengend. Trotzdem finde ich einen schönen einsamen Strand an dem ich Wild Campen  und sogar ein Feuer machen kann. Nachts regnet es etwas, doch dass stört mich erst am nächsten morgen, als ich auf der Weiterfahrt an einem Berg im Schlamm stecken bleibe und nichts mehr geht. Zum Glück konnte ich ohne Umfaller umdrehen und zurück zur Asphalt Strasse fahren ohne weitere Schlammschlacht. Bei einem Stop am Straßenrand um eine Wassermelone zu kaufen werde ich gleich von einer netten Einheimischen Englisch Lehrerin nach Hause eingeladen. Tolle Gastfreundschaft hier wieder erfahren. Nach ein paar weiteren Fahrtagen erreiche ich endlich die Fähre, die mich nach Java bringt. 

Nach 2 Stunden auf See quäle ich mich durch den heftigen Verkehr hier auf Java. 60 % der Bevölkerung von Indonesien leben auf Java, dementsprechend dicht bevölkert ist es und der Verkehr kollabiert fast täglich. Über ADV Rider habe ich eine Einladung zum Übernachten in Yogyakarta bekommen. Da mein 60 Tage Visum bald ausläuft nutze ich die Gelegenheit und Verlängere mein Visum hier um weitere 30 Tage. Danke an die "Chefin" Shintamie vom AS Java Leather Shop die als mein Sponsor fungiert hat. Außerdem ist es mal wieder an der Zeit einen Service am Bike zu machen. Meine Neue Tachowelle kam fast Zeitgleich mit der Post aus Deutschland hier in Jogja an wie ich und die Mechanike bei Yamaha hier waren voller Stolz und Ergeiz an meinem Motorrad einen Ölwechsel zu machen. Normalerweise mache ich solche Arbeiten selber, aber bei 9,- € kosten incl. 3 Liter Öl da dürfen die das gerne machen und ich schaue Ihnen dabei über die Schulter. Die Kontrolle des Ventilspiels habe ich dann aber doch lieber selber gemacht. Nach einer Woche in Jogja heißt es Abschied nehmen von neuen Freunden, Danke für die schöne Zeit mit euch. Das Nächste Ziel ist der sehr aktive Vulkan Mount Bromo. Zum spektakel des Sonnenaufgangs machen sich nachts um 2:00 Uhr mehrere hundert Jeeps auf den Weg zu den besten View Points. Dementsprechend voll ist es dann morgens und es warten schon mal 500 Leute auf einer Plattform. Nach dem Sonnenaufgang um 5:30 Uhr geht es dann hinunter in den "Sea of Sands" und zum Crater des Mount Bromo. Leider hat sich in ganz Indonesien eine neue Eintritts-Preis-Politik breit gemacht, die für Touristen einen 5 ....8 fach höheren Eintrittspreis als für Einheimische verlangt! Das gibt dann als "Schwabe" schon mal eine längere Diskussion am Ticket Schalter. Vielleicht sollten wir das in Deutschland auch einführen, dann würde das Ticket für Neu Schwanstein für Deutsche vielleicht nur noch 5,- € kosten und für alle anderen 30,- €!

Weiter geht es jetzt dann über die Ferien Insel Bali nach Lombok.

bis denne, Lollo



Sumatra, die vergessene, wilde Schönheit Indonesiens!

Nach einem ruhigen, entspannten 50 Minuten Flug lande ich in Medan auf Sumatra.

Da ich bereits das 60 Tage Visum im Paß habe und nur mit Handgepäck geflogen bin, bin ich schnell fertig. Am Geldautomaten besorge ich mir erst mal genügend Bargeld und bin sogleich mehrfacher Millionär! Bei einem Wechselkurs von 1 € = 17.000 INR (Indonesische Rupiah) hebe ich 3 Millionen Rupiah ab. Mit Bus und Tuktuk geht’s dann in das Hostel in Medan. Da sich direkt neben dem Hostel eine Moschee befindet gibt es an der Rezeption gratis Ohrstöpsel um morgens um 4:20 Uhr nicht von dem Gebetsruf gestört zu werden. Am nächsten morgen fahre ich mit einem Grab Car (die Indonesische UBER Variante) nach Belawan zum Zoll. Dann geht’s mit dem Zollbeamten und meinem Canet zum Hafenlager wo mein Motorrad bereits steht. Nach Prüfung des Daten und des Gepäcks auf verbotene Gegenstände geht’s wieder zurück ins Zollgebäude.

Nach 15 min. bekomme im mein gestempeltes Carnet zurück. Anschließen noch zum Büro der Schiffsagentur um hier die Hafengebühr und den BOL zu bezahlen, dann darf ich auch schon mit meinen Motorrad losziehen. Mein erstes Ziel hier ist Berstagi, ein Bergdorf mit zwei aktiven Vulkanen, von denen einer bestiegen werden kann. Der Verkehr von Medan aus hinauf bis Berstagi erinnert dann erst mal eher an Indien als Indonesien. Viel und Chaotisch!

Ein heftiger Platzregen zwingt mich dann zum unterstellen, dachte die Regenzeit sei vorbei!

Ein paar Tage verweile ich in Berstagi und hoffe auf schönes Wetter zur Besteigung des Vulkan Sibayak, was mir dann am 3 Tag früh morgen bei halbwegs trockenem Wetter gelingt. Leider ist der Himmel Wolkenverhangen, so dass man den anderen aktiven Vulkan Sinabung von hier oben aus leider nicht sehen kann. Aber auch der Sibayak ist aktiv und nicht zu unterschätzen, aus mehreren Löchern schießt heißer Schwefeldampf heraus, es zischt so laut wie eine Düsentriebwerk und es stinkt nach verfaulten Eiern. Trotzdem war der Weg hierauf schön und lohnenswert. Bevor ich zurück fahre halte ich noch an heißen Quellen und bade allein in den Pools. Zurück zum Guesthouse dann gleich zwei mal Pech, erst verabschiedet sich meine Tachowelle und dann wieder mal heftiger Regenschauer. Bis ich mich an einer Tankstelle unterstellen kann, bin ich schon nass bis auf die Unterhose. Von Berstagi ist es dann nur ein Katzensprung von 120 km bis zum Lake Toba. Ein kleines Boot, die Roller und mein Motorrad wurden Rückwärts über eine kleine schmale Holzplanke auf Deck geschoben und parken so vorne am Schiff links und rechts an der Reling geht’s dann hinüber auf die Insel Samosir. Der Tobasee ist ca. 2 mal so groß wie der Bodensee und der größte Kratersee der Erde. Er entstand nach der Eruption des Supervulkans Toba vor ca. 74.000 Jahren! Ein wunderschönes kleines Paradies ist das hier, so richtig schön um sich zu erholen von den langen Reisestrapazen und das Klima hier auf 900 Metern ist auch sehr angenehm. Im schönen und günstigen Bagus Bay Guesthouse treffe ich auf einige andere Backpacker, es gibt eine Billard Tisch, Volleyball Feld, einen eigenen Zugang zu See zum Baden, leckeres Essen aus der Küche, Herz was willst Du mehr! Nach 2 kleineren Ausflügen auf der Insel zu einem Wasserfall und einmal mit dem Motorrad quer über die Insel mache ich mich auf den Weg nach Ketambe und einen Jungle Treck zu den wilden Orang Utans zu machen. Da es für einen Tag zu weit zu fahren ist übernachte ich auf halben Weg irgendwo im nirgendwo. Am späten Nachmittag suche ich nach einem Schlafplatz und komme an einem baufälligen alten Gebäude vorbei. Das Zufahrtstor ist offen und eine der Türen zu den verschiedenen Zimmer ist offen. Scheint perfekt zu sein! Ich fahre zurück ins nächste Dorf und esse erst mal zu Abend. Danach mache ich mich wieder auf den Weg zurück zu meinem auserwählten Schlafplatz und breite mich in dem Zimmer aus. Als es schon dunkel ist kommen mehrere Männer aus dem Dorf mit ihren Mopeds und Taschenlampen und finden mich natürlich. Einer hat sogar ein Gewehr dabei und am Ende sind es bestimmt 20 Leute und es beginnt eine Diskussion wer ich bin, was ich hier mache und es sei gefährlich hier in Sumatra, es gäbe so viele Terroristen! Am Ende kommt auch noch die Polizei, macht Fotos von meinem Paß und dem Visa und natürlich auch von Mir mit den Polizisten zusammen und dem Motorrad. Es stellt sich heraus, dass ich mir die örtliche Schule des nächsten Dorfs als Schlafplatz ausgesucht habe und hier definitiv nicht bleiben kann. Morgen ist ja schließlich Schule! Einer der 20 Männer erbarmt sich schlussendlich und bietet mir an bei Ihn zu Hause zu übernachten. So macht sich dann der ganze Konvoi auf mich ins nächste Dorf ca. 1 Km zu begleiten. Nachdem wir dann noch bis kurz vor Mitternacht im Wohnzimmer gesessen und getratscht haben darf ich mit meinem Retter zusammen auf dem Dachboden übernachten. Als wir am nächsten morgen durchs Dorf laufen um einen Tee zu trinken, weiß natürlich das ganze Dorf Bescheid über den Fremden hier mit seinem Motorrad. Was mir schon in den paar Tagen aufgefallen ist, seit ich auf Sumatra unterwegs bin ist die unglaubliche Freundlichkeit der Leute hier, was sich bei meinem Stopp an einem kleinen Shop an der Straße bei dem ich nur ein paar Bananen kaufen wollte gleich wieder zeigen lässt. Aus dem Kauf von ein paar Bananen wurde eine Einladung zum Kaffee trinken mit anschließenden halbstündigen Plausch zu dem sich immer mehr Leute dazugesellt haben. Da gerade Ramadan ist und der Norden Sumatras, Aceh besonders Streng Islamisch ist habe natürlich nur ich einen Kaffee getrunken und die einheimischen Essen und Trinken den ganzen Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts. Trotzdem war es für Sie kein Problem mir einen Kaffee anzubieten.

In Ketambe habe ich mich dann im Friendship guesthouse einem Pärchen aus Ungarn angeschlossen und mit Ihnen zusammen, einem Guide und zwei Trägen bzw. Köchen einen 4 Tägigen Jungle Trek gemacht auf der Suche nach wilden Orang Utans. Die meisten Touristen gehen von Bukti Lawang aus in den Jungle, dort gibt es eine 100% Garantie Orang Utans zu sehen. Dort wurden nämlich zuvor gefangene und umgesiedelte Orng Utans wieder ausgewildert. Somit sind diese an Menschen gewöhnt, zudem werden sie teilweise von den Guides angefüttert, für mich ein bischen wie Zoo light! Deshalb habe ich mich für Ketambe entschlossen, hier ist alles viel kleiner und weniger Touristisch. Jeden Tag sind wir morgens und nachmittags mehrere Stunden auf kleinen Pfaden kreuz und quer durch den Urwald gewandert und haben dabei mächtig geschwitzt. Geschlafen haben wir in 2 verschiedenen Camps mit Provisorischen Zelten aus durchsichtiger Plastikplane und unsere Köche haben ums am offenen Feuer immer wieder was leckeres zubereitet. Wir haben sehr viele Long Tailed Macaque und Thomas Leaf Monkeys gesehen, jeden Menge kleine Insekten und Krabbeltiere, Eichhörnchen,..... und natürlich ein paar Orang Utans.

Vielleicht nicht ganz so nah wie das in Bukit Lawang möglich ist, dafür wild und in ihrer natürlichen Umgebung und Lebensweise.

Weiter gen Norden ging´s dann auf eine sehr schönen Kurvenreichen Strecke mit wenig Verkehr ganz in den Norden bis Banda Aceh. Banda Aceh wurde von dem verherenden Tsunami an Weihnachten 2004 mit am heftigsten getroffen. 120.000 Menschen Starben alleine hier und 80.000 gelten noch immer als vermisst. Heute ist davon allerdings nicht mehr zu sehen. Die Stadt wurde vollständig neu Aufgebaut auch mit sehr viel Unterstützung des Roten Kreuz aus mehreren Ländern. Mich zieht es weiter mit der Fähre auf die Insel Pulau Weh zum Schnorcheln. Es gibt hier nette kleine Unterkünfte mit Bungalows direkt am Strand oder gleich dahinter und auch wenn Pulau Weh in Aceh liegt ist es dank der Touristen hier nicht ganz so streng Muslimisch wie in Banda Aceh selbst. Da viele der Bungalows wo sich die meisten Backpacker aufhalten nicht über eine Straße erreichen lassen, sondern nur zu Fuß und ich dort somit nicht mit meinem Motorrad hinkomme um es dort zu parken quartiere ich mich in einem Zimmer ein das auch nuch einen Steinwurf vom Stand entfernt ist und einen schöne Dachterrasse hat. Durch den Ramadan ist gerade sehr wenig los hier und außer zum Tauchen oder Schnorchel am Korallenriff mit vielen bunten Fischen gibt’s hier eh nichts zu tun. Also schnorchle ich mehrere male an verschiedenen Riffs und fahre einmal quer um die Insel. Dann heißt es auch schon wieder Abschied nehmen von der schönen Insel Pulau Weh, zurück mit der Fähre auf dem Festland besichtige ich noch das Tsunami Museum in Banda Aceh bevor ich mich auf den langen Weg in den Süden mache. Da ich im Guesthouse am Lake Toba meine Wanderjacke vergessen hatte halte ich auf dem Weg nochmals hier an. War ja nicht so schlecht das letzte mal hier und ein kleiner Umweg kann ja nicht schaden.

3 Wochen sind schon wieder um, wo rennt die Zeit nur hin, Sumatra ist so schön, wild und herzlich, ich könnte gut und gerne noch 2...3 Monate nur hier auf Sumatra verweilen.

Jeder kennt Bali, ein paar kennen noch Lombok und Flores oder Komodo aber wer kennt Sumatra?

 

Terima Kasih Sumatra, ich komme bestimmt mal wieder....