EBC – Three Passes Trekking Tour Nepal auf den Spuren von Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay!

 

Nach ein paar Tagen der Organisation und Vorbereitung in Kathmandu, wo wir uns mir Kartenmaterial, den Permits, Snacks und dem Kauf von noch fehlender Ausrüstung beschäftigt haben ging´s am Sonntag morgen um 8:00 Uhr vom Busbahnhof in KTM (Kathmandu) mit einem „lokal“ Bus ca. 250 km bis nach Jiri, Shivalaya. Wir haben uns absichtlich für die längere Tour entschieden um uns in den ersten 6 ...7 Tagen von Jiri, Shivalaya nach Lukla, bzw. Namche Bazar einzulaufen und um uns langsam an die Höhe zu akklimatisieren. Nach 6 Monaten „on the Road“ ohne wenig körperliche Belastungen schien uns das nötig zu sein. Außerdem hat diese Variante den Vorteil, dass sich die Kosten für eine 25 minütigen Flug von KTM nach Lukla von US $ 175 auf 6 schöne Wandertage verteilen lassen, wobei das tägliche Budget hier „unten“ noch erheblich geringer ist als später dann „oben“ am eigentlichen EBC / 3 Passes Trek. Dies ist auch die alte klassische Route der ersten Everest Bergsteiger, als es noch keinen Flughafen in Lukla gab. Also wandern wir so gesehen die ersten 6 Tage auf sehr historischen Wegen. Heute fliegen in der Hauptreisezeit im Oktober / November jeden Tag ca. 2.000 Wanderer von KTM nach Lukla und starten dort in großen Gruppen von 15...20 Leuten mit ihren Führern und Sherpas, die das Gepäck tragen zu ihrem EBC Trek. Nach langer, kurvenreicher und rumpeliger Busfahrt, mehrere Nepalis im Bus mussten sich übergeben erreichen wir ziemlich platt kurz vor der Dämmerung um 17:00 Uhr endlich unser Ziel, Shivalaya. Eine einfache Lodge zum übernachten ist schnell gefunden und beim Abendessen lernen wir gleich andere Wanderer kennen, die auch von hier aus nach Namche und dann weiter zum EBC oder den 3 Passes Trek machen wollen. So ergibt es sich, dass wir am nächsten morgen gemeinsam mit anderen in einer kleinen feinen Gruppe starten. Die nächsten 6 Tage wandern wir jeden Tag 7 ….10 Stunden, wobei wir jeden Tag zuerst einen Pass hinauf müssen nur um dann gleich wieder ins nächste Tal hinunter zu dürfen. Morgens 1000 HM … 1400 HM hoch, nach meistens langer Mittagspause dann 800 HM … 1000 HM wieder runter. Am ersten Tag scherzen die Schulten vom ungewohnten tragen des ca. 10 kg schweren Rucksacks und die Beine sind schwer am Abend. Doch von Tag zu geht es besser und wir schrauben uns so langsam in die Höhe, am 3 Tag ging es über den Lamjura La Pass (3530 HM) und beim Abstieg nach Junbesi (2680 HM) kommen wir an einer kleinen Yak Cheese factory vorbei. Auf der schönen Sonnentrasse probieren wir den Yak Cheese und genießen gleichzeitig unseren ersten Blich auf den Gipfel des Mount Everest, den man von hier aus in noch weiter Ferne erblicken kann. Waren die ersten Tage noch verhältnismäßig einfach und gut zu gehen, so ändert sich der Weg ab jetzt vom „normalen Wanderweg“ in sehr felsiges Terrain. Wir befinden uns zwar immer noch innerhalb der bewaldeten Zone, doch die  Steinstufen und Felsblöcke werden zusehends größer. Außerdem werden wir immer wieder gezwungen ganze Heerscharen von schwer bepackten Mulis an uns vorbeiziehen zu lassen. Unsere neu gegründete Wandergruppe harmoniert ganz gut und wir kommen zügig voran.

 

Als größere Gruppe Abends in einer Lodge anzukommen hat den großen Vorteil, dass man hier unten meistens die Zimmer umsonst oder für max. 100 Rupien (0,80 €) bekommt, sofern man in der Lodge zu Abendessen/Frühstück isst. Am Ende unseres 6 Tages verlassen wir unterhalb von Lukla den einsamen Teil der Strecke mit den sehr einfachen und privaten, fast familiär geführten Lodges und tauchen ein in eine neu Welt. Die Lodges werden Luxuriöser und es geht zu wie in der Fußgängerzone in München oder am Ballerman auf Malle, so zumindest fühlen wir uns fast erschlagen nach den einsamen Tagen zuvor. Aber es hat auch sein gutes, leckerer Apfelstrudel in der German Bakery! Die meisten, die direkt nach Lukla fliegen und von dort starten machen in Namche Basar auf 3440 HM ihren ersten Akklimatisations-Tag, wir bleiben nur eine Nacht und laufen dann gleich weiter um unseren Akklimatisations-Tag später in etwas größerer Höhe zu machen.

 

Über Tengboche, Pangboche und Dingboche geht’s bis nach Chhukhung auf 4730 HM.

 

Trotz der vielen Trekking-Gruppen die wir um Namche herum gesehen haben laufen wir doch meistens alleine hier oben. In Chhukhung wollen wir unseren zweiten Akklimatisationstag machen, bevor es dann über den ersten Pass, den Kongma La mit 5535 HM geht. Seit Namche Basar sind die täglichen Gehzeiten auch deutlich weniger geworden. An einigen Tagen sind wir nur 4 Std. gewandert, was aber auf Grund der Höhe völlig normal und ausreichend ist um nicht zu schnell aufzusteigen.

 

An unsrem Akklimatisationstag ist geplant zum Island Peak Base Camp und wieder zurück zu wandern. Da ich mich allerdings wegen einer starker Erkältung ziemlich schlapp und müde fühle, bleibe ich in der Lodge und ruhe mich aus und mache mal nix! Abends als die Gruppe zurück kommt, bin ich immer noch müde und schlapp und überlege mir ob ich den Kongma La Pass am nächsten Tag nicht besser umgehe um mich Abends dann mit der Gruppe wieder in Lobuche zu treffen. Nach einer erholsamen Nacht und einer Aspirin geht’s mir wieder etwas besser, der Kongma La kann kommen. In Zeitlupe gehen wir Schritt für Schritt die steilen Hänge hinauf, immer weiter mit großartigen Blicken über die umliegenden Berge. Den sehr markanten Ama Dablam mit seinen nur 6814 HM kennen wir jetzt schon und kurz vor dem Kongma La Pss passieren wir das High Camp des Mehra Peak 5820 HM und mehrere zugefrorene kleinere Bergseen. Pünktlich zur Mittagszeit erreichen wir den Kongma La Pass auf 5535 HM, unser erster Pass! Nach einer langen Rast geht es über steile Schutthänge wieder nach unten und zuletzt noch 2 Stunden über einen Gletscher, der allerdings unter einem Geröllfeld liegt bis nach Lobuche auf 4910 HM.

 

Da zwei unserer Gruppe bereits einen festen Flug von KTM nach England bzw. Kuala Lumpur Anfang Dezember haben wird jeden Abend wieder eine neues Zeitmanagement gemacht um alle 3 Pässe zu schaffen und trotzdem rechtzeitig mit dem Bus von Phablu aus zurück in KTM zu sein. Deshalb fällt auch der Besuch des eigentlichen Everest Base Camp aus und wir gehen stattdessen von Lobuche aus über Gorak Sherp 5140 HM nur zum Kala Patthar 550 HM, dem Aussichtsberg vor dem Everest! Der Verzicht auf das Base Camp fällt mir allerdings nicht schwer, da es im Moment keine Expeditionen zum Everest gibt, ist das Camp sowieso verwaist ist und es gibt „außer“ dem Khumbu Gletscher nichts zu sehen. In Lobuche sind jetzt zwei andere Gruppenmitglieder krank, der Rest der Gruppe macht sich morgens auf den Weg über Gorak Sherp zum Kal Patthar und wieder zurück. Nach einer Mittagspause in Gorak Sherp beginnt der lange, langsame Aufstieg zum Kala Patthar von 5140 HM auf 5550 HM. Mit jedem Meter höher fühlt man die Anstrengung in der dünnen Luft mehr und es geht nur sehe sehr langsam voran. Nach etwas mehr als der Hälfte, es ist bereits 14:30 Uhr und uns steht noch ein 2 Stündiger Rückmarsch an und ich laufe ungern im dunkeln, beschließe ich die Aussicht hier zu genießen und dann gemütlich zurück zu laufen. Die anderen der Gruppe versuche noch bis zum Gipfel des Kala Patthar zu gehen. Doch selbst hier schon von meiner Position ist das Panorama beeindruckend. Everest, Nuptse, South Col, Khumbu Gletscher und und und. Einfach überwältigend. Am Nächsten Tag geht es in einer kurze Etappe von Lobuche bis Dzonglha 4830 HM, unserem Startpunkt für den zweiten Pass, den Cho La 5368 HM.

 

In Dzonglha ist es Abends Neblig kalt und wir sitzen alle um den warmen, mit Yakdung beheizten Ofen in der Stube herum. Die Zimmer sind eiskalt, so dass das Wasser in den Flaschen nachts einfriert! Um zum Cho La Pass zu kommen muss ein Gletscher überquert werden. Zum Glück gehen wir hinauf und nicht umgekehrt, denn es ist ohne Grödel oder Steigeisen doch an manchen Stellen ziemlich rutschig, aber da der Gletscher keine Spalten hat und sehr flach ausläuft, auch nicht so gefährlich sollte jemand ausrutschen, was Buddha sei dank nicht passiert! Nach einer Nacht in Dragnag 4700 HM steht uns eine weitere Gletscher Überquerung auf dem Weg nach Gokyo 4790 HM an. Jedoch ist dieser Gletscher wieder unter einer Schutt und Geröllschicht begraben und so stapfen wir 3 Std. lang durch Wegloses Geröll bis nach Gokyo. In Gokyo gibt’s es den Hausberg, den Gokyo Ri mit 5357 HM und mehrere Seen zu denen man wandern kann. Da ich mich wegen anhaltender Erkältung wieder mal etwas schlapp und müde fühle mache ich am zweiten Tag nur eine kurze Wanderung mit der Gruppe zum 4.ten See und wieder zurück in unsere tolle Lodge. Die anderen gehen noch weiter bis zum 6.ten See und tags zuvor waren einige bereits zum Gokyo Ri hinauf gewandert. Von Gokyo geht’s über unseren letzten, den 3.ten Pass nochmals steil und lang hinauf bis zum Renjo Pass auf 5360 HM. Überglücklich und ziemlich geschafft genießt die Gruppe das Panorama auf Everest, Lhotse, Nuptse und den Rest des Himalaya! Ich persönlich finde die Aussicht von hier sogar noch besser als vom Kala Patthar. Durch ein wunderschönes einsames Tal auf der Rückseite geht es dann in 2 Tagesetappen wieder zurück bis Namche Bazar. Von hier sind es nochmals 3 lange Wandertage bis nach Phablu, teilweise auf bekannten Pfaden von unseren ersten 6 Tagen. Von Phablu aus fahren wir dann in langen 12 Stunden mit dem Bus wieder zurück bis KTM wo eine sehr schöne aber auch sehr anstrengenden Trekking Tour zu Ende geht.

 


Nepal, der Südwesten, Pokhara bis KTM

Von unserem Jungle Camp im Wald am letzten Tag in Indien ist es nur ein Katzensprung bis zur Indisch/Nepalesischen Grenze ganz im Westen bei Mahendranagar. Es geht nur über eine schmale Brücke über einen Fluss hinüber, dort gibt's es 2 Häuschen, eines für die Immigration und Passkontrolle und eines für den Zoll und das Carnet de Passage. Alles läuft ruhig und sehr geordnet ab. Während die Herren beim Zoll sich um unsere Carnet kümmern, bekommen David und Ich sogar Tee und Kekse gereicht. Danke Indien, bis bald mal wieder! Moment, da war noch was. Kurz bevor wir endlich das Indische Territorium verlassen dürfen, gibt's nochmal eine Kontrollstelle, Pass und "Führerschein" werden nochmals kontrolliert und die Daten in ein dickes Buch eingetragen. Während ich da so am Schreibtisch stehe und warte bis ich meinen Führerschein zurück bekomme höre ich hinter mir plötzlich einen lauten Knall! Als ich mich umdrehe liegt mein Motorrad umgekippt auf der Straße und der Helm kullert davon. So ein scheiß aber auch, da hat doch so ein Indischer Beamter, der das Gepäck untersuchen wollte ohne mein Dabeisein einfach das Motorrad umgeschmissen. Und dann hat er auch noch Frechheit einfach lächeln weg zugehen. Arschloch! Eine weitere Gepäckuntersuchung findet jedenfalls nicht statt und wir sind raus aus Indien und keine halbe Stunde später in Nepal. Visum gibt's direkt an der Grenze und Carnet de Passage wurde von 2 Frauen  in einem kleinen Häuschen in 2 Minuten ausgefüllt und abgestempelt.  

Der Südwesten in Nepal unterscheidet sich erstmal nur sehr wenig von Indien. Viel Wald, Landwirtschaft und etwas weniger Verkehr. Es wird auch deutlich weniger gehupt und weniger aggressiv gefahren. Dafür fällt mir alle paar km eine große Reklamewerbung für Bier oder Schnaps auf. Das gab es in Indien nicht! Auch der erste Stopp in einem Restaurant bringt keine allzu großen Unterschiede hervor, Statt Dal oder Thali gibt's hier Dal Bath. Nur die Preise sind gefühlt etwas höher als in Indien.

Auf unsrem weiteren Weg Richtung Osten nach Pokhara Campen wir jeden Abend Wild an einem Fluss oder irgendwo im Wald und machen uns dazu ein nettes kleines Lagerfeuer. Vorteile die das Reisen zu Zweit so mit sich bringen. Alleine würde ich nie ein Lagerfeuer für mich machen. Eines morgens, als wir gerade so halb am zusammenpacken sind in einem unserer Camps kommt ein Jeep mit 2 Einheimischen und 2 Touristen an. Sie waren heute früh auf Safari hier im NP auf der Suche nach wilden Leoparden und Tigern. Und sie haben tatsächlich einen gesehen! Ob wir keine Angst hätten hier nur unter dem Moskitonetz zu schlafen??? Wir schauen und fragen an, fressen Leoparden Menschen unter dem Moskitonetz währen des schlafen?

Von Butwal geht es über eine kleine schöne Bergstrecke weiter bis nach Pokhara. Hier tauchen wir völlig erschlagen am See in den Touristischen Trubel ein. Nach 3 Tagen brechen wir wieder auf und fahren die staubige 200 km Strecke bis Kathmandu in einem Rutsch durch. Nach ein paar Tagen der Organisation brechen wir auf zu einer 22 tägigen Trekking Tour im Everest gebiet. Dazu später in einem eigenen Bericht mehr.

Namaste aus KTM