Die letzten Tage in Pakistan!

Warten auf mein Indien Visum ...

 

schweren Herzens breche ich nach 5 Tagen vom Café de Pamir in Aliabad auf und mache mich auf den Rückweg nach Islamabad um mein Visum für Indien zu beantragen. Dass ich überhaupt im Café de Pamir gelandet bin war wieder so ein glücklicher Zufall. Mit Jacqueline aus Paris, die seit mehr als 10 Jahren hierher kommt und hier eine neue Familie gefunden hat habe ich jeden Tag tolle Gespräche geführt und am Nachmittag sind wir immer eine Runde Walken zusammen gegangen.

 

Zurück fahre ich diesmal nicht über den Barbusa Paß sondern nehme den eigentlichen Karakorum Highway (KKH) bis nach Besham. Der nördliche KKH von Gilgit bis zum Kunjerab Paß ist dank fleißiger Chinesischer Ingenieure super gut. Der südliche Abschnitt des KKH ist zum Teil leider immer noch ein Flickenteppich aus Schlaglöchern die trotz schöner Streckenführung ständig höchste Aufmerksamkeit fordert. Für die Strecke von Gilgit bis Besham, 330 km habe ich dann auch 9 Std. gebraucht und bin ziemlich müde und fertig dort angekommen. Über eine wunderschöne Passstraße die eine Querverbindung zum Swat Valey bildet ging meine Fahrt weiter. Das Swat Valey war bis vor einigen Jahren noch für Touristen gesperrt, da sich hier die Taliban versteckt hielt. Auch jetzt gibt es noch jede Menge Kontrollen der Polizei und des Militär!

 

Das Swat Valey ist grün und fruchtbar. Hier wird jede Menge Obst und Gemüse angebaut und es gibt Holzschnitzereien. 2 lange weitere Tage quäle ich mich dann durch den chaotischen Verkehr, inklusive Sturz nach Kollision im Stau zurück bis nach Islamabad. Kurz vor Islamabad geht noch ein heftiger Regenschauer runter und ich stelle mich wie hundert andere Mopedfahrer an einer Tankstelle unter. Dort bin ich mit meinem großen, voll bepackten Bike natürlich die Attraktion.

 

Zwei Medizinstudenten die ich an der Tankstelle getroffen habe laden mich danach noch auf eine Tee ein, nachdem der Regen aufgehört hatte.

 

Gleich am Montag morgen, noch bevor das Büro von Gerrys FedEx aufmacht stehe ich schon vor der Tür mit meinen Unterlagen für das Indien Visum. Den Online Visum Antrag hatte ich schon vor 4 Wochen noch im Iran aufgefüllt und abgespeichert. Leider habe ich nicht alle erforderlichen Unterlagen dabei, die nette Dame von Gerrys gibt mir eine Checkliste mit was ich alles brauche.

 

  • Ausdruck Visa Applikation

  • Passport Copy

  • ID Card Copy

  • Kopie vom Pakistan Visum

  • Cover Letter; in dem ich erkläre warum ich nach Indien Reisen möchte, welche Orte ich Besuche und in welchen Hotels ich übernachte!

  • Kopie von meiner aktuellen Polio Impfung, die ich zum Glück vor der Reise noch neu gemacht habe

  • Bescheinigung einer Krankenversicherung und zum Schluss noch ein Bank Statement dass ich auch genügend Geld habe um den Aufenthalt in Indien zu finanzieren.

 

 

 

Eigentlich wollte ich die Wartezeit für einen Ausflug zurück in das schöne Swat Valey nutzen. Aber wegen des absolut chaotischen Verkehrs bei der Rückfahrt nach Islamabad entscheide ich mich dagegen und relaxe in netten kleinen „MovenStay“ Hotel in Islamabad. Nach 8 Tagen dort in denen ich nicht wirklich viel unternommen habe kennen mich die „Nachbarn“ vom Restaurant gegenüber schon. Auch mein Obsthändler freut sich immer wenn ich vorbeikomme und leckere Pfirsiche oder eine Mango kaufe. Apropos Obst: Habe schon lange nicht mehr so viel leckeres Obst gegessen wie hier in Pakistan. Hier gibt’s die Besten Aprikosen aus dem Hunza Tal, Pfirsiche, Wassermelonen, kleine Süße Bananen, nicht zu vergessen die besten Mangos überhaupt..... und Nüsse und Pistazien, einfach lecker und gesund!

 

Als dann nach 8 Tagen endlich die erfreuliche Nachricht von Gerrys kommt, dass ich meinen Pass mit Visum abholen kann kommt Freude auf. Jetzt geht meine Reise endlich weiter, in das noch chaotischere Indien, ja bin ich denn total bekloppt!

 

Was bleibt von Pakistan in meinen Erinnerungen übrig?

 

Nach 40 Tagen im Land, in denen ich mich meistens sicher aufgehoben gefühlt habe.

 

Tolle Landschaften in Norden in den Bergen, heiße Wüstenähnliche Landschaften im Süden in Belutschistan, super nette und immer freundlich interessierte Menschen, abgesehen von all denen im Straßenverkehr! Aber auch viel Dreck und Müll und arme Menschen, meistens aus Afghanistan. Leckeres Essen und jede Menge Obst. Was meistens ziemlich nervig war sind die vielen Kontrollen unterwegs im Land. Wenn du 10 Mal am Tag anhalten musst, deine Papiere kontrolliert werden und du dann auch noch deine Daten selber in ein Dickes Buch eintragen darfst, weil der Polizei/Militärbeamte deinen Reisepass nicht lesen kann dann nervt dass mit der Zeit gewaltig, auch wenn es zu meiner eigenen Sicherheit ist.

 

Alles in allen würde ich trotzen wieder gerne nach Pakistan kommen, es hat mir sehr gut bei Dir gefallen. Danke für alles.

 

Pakistan KKH und Deosai NP

nachdem ich den fälligen großen Servivce am Bike in Rawalpindi gemacht habe geht´s jetzt in den Norden von Pakistan
auf dem berühmt berüchtigkten KKH! (Karakorum Highway)
Zurest fahre ich nach Murree, einem Touristischen Bergdorf für gestresste Großstädter aus Islamabad/Pindi.
Dann auf einer schönen kurvigen Bergstraße Richtung Abbottabat. Nach mehreren schönen Kurven kommt mir plötzlich
ein Auto auf meiner Spur entgegen. Das kommt hier öfters vor, dass einfach ein anderes Fahrzeug überholt wird
trotz Gegenverkehr und unübersichtlicher Strecke. Ich schaffe es gerade noch ganz nach liks an den Fahrbanrad zu kommen
um eine Kollision mit dem Auto zu verhindern, leider sind dort aber auch gerade 2 Fußgänger unterwegs die ich nicht so
einfach über den haufen fahren will. Ich bremse so stark ab, dass mein Vorderrad in einen 20 cm tiefen Graben neben
der Strße rutscht und schon liege ich wieder mal da mit eingeklemmtem Fuß auf der Straße. Der verusacher, das Auto ist
natürlich weiter gefahren, die beiden Fußgänger und ein Mopedfahrer helfen mit das Moped wieder aufzurichten und
aus dem Graben zu schieben. Mein rechter Fuß schmerzt schon wieder, jetzt wo er gerade wieder in Ordnung war vom
letzten Sturz. Bei Abottabat erreiche ich endlich den KKH, mit schmezen und einen Zorn auf den Autofahrer geht´s
weiter Richtung Norden. Kurz vor Naran und dem Barbusa Pass übernachte ich in einem schönen ZeltCamp an einem Fluß.
Vom Barbusa Pass auf knapp über 4100 Metern mit angenehmen Temperaturen geht´s dann steil hinunter ins Tal nach Chilas
an den Indus River. Hier bläßt mir wieder ein 35° heißes Lüftchen entgegen. Nur ein kurzes Stück auf dem KKH vorbei
an der Raikot Bridge, hier kann man mit Jepps nach Tato fahren und dann in ca. 4 Std Fußmarsch weiter nach Fairy Meadows
laufen. (Nanga Parbat Aussichtsplattform). Ich fahre noch ein Stück weiter und biege dann ich ein Seitental ab um nach
Astor und zum Rama Lake zu fahren. Die letzten 10 km von Astor hoch hinauf zur Zeltwiese beim Rama Lake sind so ziemlich
das überlste was ich hier bis jetzt gefahren bin. Eine mit Schlagloch und Furchen versehene Piste unnd immer wieder
Wasserläufe die die Piste queren und dann noch steil hinauf auf bis auf 3300 Meter. Von der Campingwiese sind es gemütliche
1 1/2 Std. mit lädiertem Füß bis hinauf zum Rama Lake. Leider zeigt sich der Nanga Parbat hier nur in Wolken!
Von Astor nach Skadru durchquere ich den Deosai NP. Die 2. höchste Hochebene der Welt. Sehr anspruchsvolle Piste,
tolle Landschaft und jede Menge Moskitos! Von Skardu sind es lediglich 150 km immer am Indus River entlang zurück bis
zum KKH. Dafür sollte man aber trotzdem einen ganzen Fahrtag einrechnen. Vorbei an Gilgit und Karimabad ruhe ich mich jetzt
von den Strapazen der letzten Tage hier im schönen Gulmit Guest House ein paar Tage aus bevor ich die letzten km
des KKH bis zur Chinesischen Grenze am Khunjerab Pass auf 4700 Metern in Angriff nehme.
Zwischen Karimabad und Gulmit hat 2010 ein heftiger Erdrutsch den Hunza Fluß auf einer Länge von 20 km aufgestaut.
Bis 2015 war der KKH hier unterbrochen und man mußte mit Booten und Fähren übersetzen. Seit 2 Jahren gibt´s es eine
von Chinesen gebaute Umgehungsstraße von ca. 24 km mit mehreren Tunneln. Somit herrscht wieder freie Fahrt am KKH.
Ride with Lollo



der Weg ist das Ziel...

5 zum Teil lange, heiße Fahrtage liegen hinter mir. Die Fahrt durch das "gefährliche" Belutschistan mit den Levies war wegen der großen Hitze und den vielen Stopps und Wechseln der Levies sehr anstrengen aber auch langweilig, da die Landschaft nicht viel hergibt und wenn man nur mit 50 .. 70 km/h Fährt, dann dauert eine Tagesetappe von 320 km schon mal schlappe 8 - 10 Std. Die Levies waren meistens sehr relaxt und entspannt. Man bekommt Wasser oder Tee und manchmal sogar eine Melone bei den Wechseln gereicht. In Quetta durfte ich das Hotel alleine nicht verlasen, zu gefährlich hier! Überall in der Stadt, an jeder Kreuzung oder Kreisverkehr stehen mehrere Gepanzerte und schwer bewaffnete Fahrzeuge von Polizei oder Militär. Mit dem NOC in der Tasche ging es dann am nächsten Tag weiter mit den Levies bis zur Grenze von Belutschistan. Dabei haben wir die heißeste Gegend von Pakistan  durchquert auf dem Weg Richtung Sukkur, mit Temperaturen bis 50°C.

Über Sukkur bis nach Multan hat mich dann die lokale Bundespolizei Eskortiert. Ab Multan nach Lahore war ich dann endlich wieder frei und konnte alleine ohne Eskorte weiter fahren.

Resümee: interessante Erfahrung, habe mich nie wirklich unsicher oder bedroht gefühlt, aber einmal diese Strecke reicht!

Nach einem kurzen 2 tägigen Stopp in Lahore um meine Batterien wieder aufzuladen bin ich mittlerweile in Islamabad/Rawalpindi angekommen. Eigentlich wollte ich hier im Tourist Camp bei Rose and Jasmin Garten übernachten. Doch leider musste ich feststellen, dass das Tourist Camp seit ein paar Jahren wegen der gefährlichen Sicherheitslage geschlossen wurde. Es gibt hier zwar einige Hostals und Hotels, sind aber alle nicht ganz billig! Heute gab´s dann noch einen großen Service für das Bike, so bin jetzt hoffentlich gut gerüstet für die kommenden Wochen im Karakorum.

Danach wartet noch die Spannende Aufgabe das Indien Visum hier zu bekommen auf mich. Es bleibt also spanned und es gibt was zu erleben. hasta pronto, saludos, Lollo